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Aktuell

Klima größte Bedrohung für Weltwirtschaft

Studie: Klimawandel größte Bedrohung für die Weltwirtschaft

(dpa) - 14. januar, 2015

http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.globale-stabilitaet-gefaehrdet-studie-klimawandel-groesste-bedrohung-fuer-die-weltwirtschaft.8ebd6348-5d7d-4eb3-a456-9bd1544d6a99.html


Forscher wollen neues Erdzeitalter ausrufen

Plastikmüll, gerodete Wälder, Klimawandel: Der Mensch hat die Natur tiefgreifend verändert. Sein Wirken ist Forschern zufolge so stark, dass es an der Zeit ist, eine neue Epoche in der Erdgeschichte einzuläuten.

(dpa) - 16. Januar, 2016

http://www.handelsblatt.com/technik/forschung-innovation/anthropozaen-forscher-wollen-neues-erdzeitalter-ausrufen/12837570.html


Süßer Traum vom Klimaschutz

Kaum ist die Klimakonferenz vorbei, droht Deutschlands Klimapolitik in einen Dornröschenschlaf zu sinken. Dabei gellen doch derzeit die Alarmglocken.

Von Gregor Kessler, Greenpeace-Online, 11.1.16

Der Jahresrückblick der Agora Energiewende, eines Think Tanks aus Energieexperten, die auch die Bundesregierung beraten, erinnert über weite Strecken an ein Guinness Buch der Rekorde in grün: Die Erneuerbaren steuern 2015 mit einem Drittel inzwischen mehr als jemals zuvor zur Stromversorgung bei. Der Strompreis an der Börse ist im vergangenen Jahr erneut gesunken, auf durchschnittlich weniger als 30 Euro pro Megawattstunde. Der Ausbau der Windkraft legte um sensationelle 50 Prozent zu.

Doch bei genauerem Hinsehen finden sich auch ein paar traurige Rekorde auf diesen 50 Seiten, alarmierende sogar. Um schwindelerregende 50 Prozent legte der Anteil des exportieren Kohlestroms 2015 zu. Inzwischen wandert ein Zehntel des in Deutschland produzierten Stroms ins Ausland. Mit entsprechenden Folgen für den Klimaschutz: Im vergangenen Jahr sank Deutschlands CO2-Ausstoß nicht - er stieg. Auf den höchsten Wert seit 2011.

Ausgerechnet im Jahr eines oft als historisch gefeierten Klimaschutzabkommens, legen die Emissionen im Mutterland der Energiewende wieder zu. Müssten nach Bekanntwerden dieser Nachricht nicht Krisensitzungen anberaumt und Sonderstäbe eingerichtet werden? Müsste nicht wenigsten die Fahne vor dem Bundesumweltministerium auf Halbmast hängen?

Staaten müssen Klimaschutzversprechen selbst einlösen

Das Abkommen von Paris ist zu Recht gefeiert worden. Für das unerwartet ehrgeizige Ziel, auf das sich 195 Staaten darin geeinigt haben: die Erderwärmung deutlich unter 2 Grad zu halten, wenn möglich sogar bei 1,5 Grad. Dieses Ziel respektiert die Erkenntnisse der Klimaforschung, wonach viele Länder in einer Welt, die sich um mehr als 1,5 Grad erwärmt, nicht mehr vor immer stärkeren und häufigeren Stürmen geschützt werden können. Weit weniger konkret ist der Beschluss von Paris mit Blick auf die dazu nötigen Maßnahmen. Das Abkommen ist ein Versprechen: für eine sicherer Welt, vor allem aber für mehr Klimaschutz. Einlösen muss dieses Versprechen jedes Land individuell.

Dank Agora-Jahresrückblick samt seiner CO2-Übersicht hat die Bundesregierung nun schwarz auf weiß, dass sie im Jahr 2015 nicht mehr sondern weniger für den Klimaschutz getan hat. Sie hat die Früchte der von den Stromkunden getragenen Energiewende – 110 Millionen Tonnen weniger CO2 – den Kohlekonzernen zum Fraß vorgeworfen.

Beim Kohleausstieg zurückgerudert

Passiert ist seither – nichts. Im Gegenteil: Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD) ist nach ihrer so mutigen wie richtigen Forderung nach einem zügigen Kohleausstieg bis spätestens 2040 zuletzt wieder zurückgerudert. Nun sollen Kohlemeiler sogar offenbar noch bis zur Mitte des Jahrhunderts qualmen dürfen. Hendricks Parteigenosse, Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel wiederum heckt derzeit eine EEG-Reform aus, die den Ausbau der Erneuerbaren massiv zu bremsen droht. Dabei braucht Deutschland nach Paris beides: Einen schrittweisen Abbau der Überkapazitäten bei Kohlekraftwerken in Form eines schrittweisen Kohleausstiegs bis spätestens 2040, damit die Klimabilanz auch endlich von der Energiewende profitiert. Und einen beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren, die künftig auch verstärkt Elektromobile antreiben müssen.

Bleibt zu hoffen, dass zumindest das jüngste Agora-Papier erhört wird. Darin schlagen die Berliner einen nationalen Kohle-Konsens analog zum damaligen Atom-Konsens vor. Damit soll „eine schrittweise Dekarbonisierung des Stromsektors bis 2040“ erreicht werden. Anders ausgedrückt: ein verbindlicher Kohleausstieg innerhalb der kommenden 25 Jahre. Das ist sehr viel näher an dem, was die Pariser Klimakonferenz den Staaten in ihr Pflichtenheft geschrieben hat.


Menschgemachter Klimawandel unterdrückt die nächste Eiszeit

Pressemitteilung des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, 14.1.16

Der Mensch ist zu einer geologischen Kraft geworden, die den Beginn der nächsten Eiszeit unterdrücken kann – das zeigt eine Studie, die jetzt im renommierten Fachmagazin Nature veröffentlicht wird. Wissenschaftler des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung haben den Code der Eiszeiten geknackt und in dem Verhältnis von Sonneneinstrahlung auf die Erde und CO2-Konzentration in der Atmosphäre den Schlüssel gefunden, um die letzten acht Eiszyklen der Erdgeschichte zu erklären. Gleichzeitig machen ihre Ergebnisse deutlich, dass schon eine moderate Störung des natürlichen Kohlenstoffhaushalts des Planeten durch den Menschen die nächste Eiszeit um 100.000 Jahre verschieben könnte.

„Auch ohne den menschengemachten Klimawandel würden wir den Beginn einer neuen Eiszeit erst in etwa 50.000 Jahren erwarten – das macht das Holozän als gegenwärtige Epoche bereits zu einer ungewöhnlich langen Phase zwischen zwei Eiszeiten“, erklärt Leitautor Andrey Ganopolski. „Unsere Studie zeigt jedoch auch, dass bereits relativ moderate zusätzliche CO2-Emissionen aus der Verbrennung von Öl, Kohle und Gas ausreichen, um die nächste Eiszeit um weitere 50.000 Jahre zu verzögern. Unter dem Strich bedeutet dies, dass wir einen kompletten Eiszeitzyklus überspringen, was beispiellos ist. Es ist wirklich verblüffend: Der Mensch ist in der Lage, einen der fundamentalen Mechanismen zu stören, die die Welt geformt haben, wie wir sie heute kennen.“

Erstmals kann die Wissenschaft den Beginn der letzten Eiszeiten durch die Bestimmung von Schlüsselfaktoren erklären, die dem Beginn einer neuen Eiszeit vorangehen. „Unsere Ergebnisse lassen eine funktionale Beziehung zwischen der Sonneneinstrahlung im Sommer und atmosphärischem CO2 erkennen, die den Beginn einer neuen Eiszeit kennzeichnet. So lässt sich nicht nur die Vergangenheit erklären, es ermöglicht uns auch künftige Perioden abzusehen, in denen ein neuer Eiszeitzyklus einsetzen kann“, sagt Ganopolski.

Der Mensch als geologische Kraft

Mit einem ausgeklügelten Computermodell des Erdsystems, in dem die Dynamik von Atmosphäre, Ozean, Eisschilden und der globale Kohlenstoffzyklus simuliert werden, haben die Wissenschaftler den Effekt menschgemachter CO2-Emissionen auf das Eisvolumen der Nordhalbkugel untersucht. „Weil Kohlendioxid in der Atmosphäre extrem langlebig ist, haben vergangene wie künftige Emissionen großen Einfluss darauf, wann ein neuer Eiszeitzyklus beginnt“, sagt Ko-Autorin Ricarda Winkelmann. „Unsere Analyse zeigt, dass schon geringe zusätzliche Kohlenstoff-Emissionen die Entwicklung der Eisbedeckung auf der Nordhalbkugel wohl auf zehntausende Jahre beeinflussen würde, während künftige CO2-Emissionen von 1.000 oder 1.500 Gigatonnen Kohlenstoff die nächste Eiszeit um mindestens 100.000 Jahre verschieben könnten.“

Die Suche nach den Ursachen von Eiszeitzyklen gehört zu den faszinierendsten Fragen der Erdsystemanalyse und der Paläo-Klimatologie, der Wissenschaft von Klimaveränderungen in der gesamten Geschichte des Planeten. Für gewöhnlich markiert eine Periode geringer Sommer-Sonneneinstrahlung den Beginn einer neuen Eiszeit; Bedingungen wie wir sie derzeit vorfinden. Allerdings gibt es derzeit keine Hinweise auf den Beginn einer neuen Eiszeit: „Das war die Motivation für diese Studie. Das Rätsel zu lösen, welche Mechanismen die vergangenen Eiszeitzyklen angetrieben haben, ermöglicht uns auch, den Anfang eines neuen Eiszeitalters abzusehen“, so Winkelmann.

„Wie keine andere Kraft auf dem Planeten haben Eiszeiten unsere globale Umwelt geformt und damit auch die Entwicklung der menschlichen Zivilisation bestimmt. Wir verdanken unter anderem unsere fruchtbaren Böden der letzten Eiszeit; sie hat auch unsere heutige Landschaft gestaltet durch Gletscher und Flüsse, Fjorde, Moränen und Seen, die aus ihr entstanden sind. Heute ist es jedoch die Menschheit mit ihren Emissionen aus fossilen Brennstoffen, die die zukünftige Entwicklung des Planeten bestimmt“, sagt Ko-Autor Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts. „Das zeigt sehr deutlich, dass wir schon längst in eine neue Ära eingetreten sind, und dass die Menschheit im Anthropozän selbst zur geologischen Kraft geworden ist. Tatsächlich führt das vielleicht eine Epoche herbei, die mit dem Begriff Deglazial überschrieben werden könnte."




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