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Aktuell

Indigegenschutz

Deutsche Unternehmen fallen beim Schutz indigener Rechte durch

Survival International Deutschland e.V. Pressemitteilung, 2.6.16

Deutsche Unternehmen ignorieren systematisch die Rechte indigener Völker, zeigt eine heute veröffentlichte Erhebung von Survival International unter deutschen Firmen.

Wirtschaftliche Aktivitäten bedrohen weltweit die Rechte indigener Völker wie die kaum einer anderen Bevölkerungsgruppe. Auch deutsche Unternehmen sind direkt oder indirekt beteiligt, etwa indem sie Rohstoffe von fragwürdigen Zulieferern beziehen oder an umstrittenen Projekten auf indigenem Land mitverdienen.

In einer Befragung unter 100 deutschen Unternehmen hat Survival International nun erstmals untersucht, wie die Unternehmen selbst damit umgehen, ihre Verantwortung einschätzen und welche Maßnahmen sie zum Schutz indigener Völker ergreifen.

Das ernüchternde Ergebnis der Studie zeigt, dass deutsche Unternehmen, die weltweit Geschäfte tätigen, hinterherhinken oder die Augen verschließen, wenn es darum geht ihrer menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht gegenüber indigenen Völkern nachzukommen.

Linda Poppe von Survival International erklärte: „Für indigene Völker ist 'Made in Germany' kein Gütesiegel, vielmehr ein Grund sich ernsthaft Sorgen zu machen. Denn wenn deutsche Unternehmen die Rechte indigener Völker verletzen, sind dies keine bedauerlichen Einzelfälle. Die Reaktionen der befragten Unternehmen zeigen, dass an allen Ende das Bewusstsein für indigene Völker, ihre Rechte und die eigene menschenrechtliche Verantwortung fehlt.“

„Indigene Völker kommen immer häufiger in Konflikt mit Unternehmen, je weiter diese in ihre einst abgelegenen Gebiete vordringen. Wenn deutsche Unternehmen nicht schnell aufholen, könnten die Folgen verheerend sein,“ sagte Linda Poppe weiter.

Angesichts der alarmierenden Ergebnisse fordert Survival International von deutschen Unternehmen ein umgehendes Handeln, um geeignete Mechanismen zum Schutz indigener Völker aufzubauen und diese konsequent umzusetzen. Darüber hinaus muss die deutsche Bundesregierung ein klares Zeichen für die Rechte indigener Völker setzen, beispielsweise durch eine Ratifizierung der ILO-Konvention 169 und die verbindliche Sicherung indigener Recht im Nationalen Aktionsplans zur Umsetzung der UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte.

Für den Bericht bat Survival International 100 deutschen Unternehmen mit einem Jahresumsatz von über 1 Milliarde Euro einen Fragebogen auszufüllen. 24 von ihnen beantworteten den Fragebogen oder äußerten sich in anderer Form. Unternehmen deren Tätigkeitsfeld oder -gebiet mit hoher Wahrscheinlichkeit keinen oder nur einen marginalen Zusammenhang zu indigenen Völkern aufweist, wurden nach Möglichkeit vorab ausgeschlossen.

Survivals Bericht „Warnhinweis: Kann Spuren von Menschenrechtsverletzungen enthalten“


Indigene lehnen Zwangskontakt ab

Survival International Deutschland e.V. Pressemitteilung, 1.6.16

Südamerikanische Indigene verurteilen den Aufruf der US-amerikanischen Akademiker Kim Hill und Robert Walker, die dafür plädieren, zu bisher unkontaktierten Völkern des Amazonas Kontakt aufzunehmen.

In einem Video sprechen sich die Guajajara deutlich gegen diese Idee aus und warnen vor den Gefahren. Mehrere Mitglieder des Volkes, bekannt als „Wächter“, schützen das benachbarte Gebiet unkontaktierter Awá, da die Unterstützung der Regierung ausbleibt.

Ein Sprecher der Wächter, Olimpio Guajajara, meinte dazu: „Wir sind hier… beobachten das Land und verteidigen die unkontaktierten Völker und die Guajajara, die hier leben. Warum? Weil es einige Menschen gibt, einige Anthropologen in anderen Ländern, die gegen die Rechte der unkontaktierten Völker in unserem Land verstoßen wollen.“

Er fügte hinzu: „Wir wissen, dass einige Anthropologen für einen 'kontrollierten Kontakt' zu den unkontaktierten Völkern plädieren… Wir werden das nicht zulassen, weil es den Genozid für ein weiteres Volk bedeutet… einer indigenen Gruppe, die keinen Kontakt will.“

Auch andere indigene Völker lehnen den Zwangskontakt ab. Davi Kopenawa Yanomami, als „Dalai Lama des Regenwaldes“ bekannt, kämpft schon lange für das Recht der unkontaktierten Völker, ihre Zukunft selbst zu bestimmen. Er war Augenzeuge der verheerenden Folgen der Kontaktaufnahme zu seinem Volk, den Yanomami, im 20 Jahrhundert.

Laut brasilianischer Verfassung haben alle indigenen Völker ein Besitzrecht auf ihr Land, auch unkontaktierte Völker. 1987 fasste FUNAI, die Indianerbehörde des Landes, den Beschluss, den Kontakt zu unkontaktierten Völkern nicht zu suchen und deren Gebiete zu demarkieren und zu schützen.

Alle unkontaktierten indigenen Völker stehen vor einer Katastrophe, sollte ihr Land nicht geschützt werden. Brasilianische Organisationen wie CIMI, ISA und CTI, sowie Survival International lehnen den Zwangskontakt entschieden ab.

Unkontaktierte indigene Völker sind die bedrohtesten Gesellschaften unseres Planeten. Ganze Gemeinden wurden durch Außenstehende ausgelöscht, die mit Gewalt ihr Land und ihre Ressourcen rauben und Krankheiten wie Grippe oder Masern einschleppen, gegen die Unkontaktierte keine Abwehrkräfte besitzen.

Erst vor wenigen Wochen konnte eine Survival-Kampagne erfolgreich zum Schutz des Landes der Kawahiva, ein unkontaktiertes Volk im Staat Mato Grosso, beitragen.

Survivals Direktor Stephen Corry erklärte: „Wann werden Menschen beginnen auf die Wünsche der indigenen Völker zu hören, anstatt es besser wissen zu wollen? Die Haltung einiger Akademiker wie Hill und Walker ist gefährlich und neo-kolonialistisch. Dieser sogenannte 'kontrollierte Kontakt' könnte katastrophal für die unkontaktierten Völker sein und würde den südamerikanischen Holzfällern und Viehzüchtern in die Hände spielen, die deren Land stehlen wollen und jegliche Menschenrechte missachten. Die Völker selbst sollen ihre Beziehung zur Außenwelt festlegen, nicht Wissenschaftler.“




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