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Aktuell

UN kritisiert deutsche Klimapolitik

Klimaschutz: UN kritisieren deutsche Klimapolitik

Von Thorsten Knuf, Frankfurter Rundschau, 20.7.16

http://www.fr-online.de/klimawandel/klimaschutz-un-kritisieren-deutsche-klimapolitik,1473244,34522642.html


Es wird zu viel richtig Sommer

2015 war weltweit das heißeste Jahr seit Menschengedenken.
2016 wird noch heißer. Was dahintersteckt.


Von Ingo Arzt, taz, 25.7.16

http://www.taz.de/!5321572/


Klima-Desaster erhöhen das Risiko für bewaffnete Konflikte in ethnisch zersplitterten Ländern

Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung Pressemitteilung, 26.7.16

Extreme wie Hitzewellen oder Dürren erhöhen das Risiko bewaffneter Konflikte in ethnisch zersplitterten Ländern, so haben jetzt Wissenschaftler herausgefunden. Sie nutzten einen neuen statistischen Ansatz, um Daten der letzten drei Jahrzehnte auszuwerten. Wiewohl jeder Konflikt selbstverständlich das Ergebnis einer komplexen und fallspezifischen Mischung von Faktoren ist, zeigte sich, dass der Ausbruch von Gewalt in ethnisch zersplitterten Ländern häufig mit Naturkatastrophen zusammenhängt. Diese können offenbar schwelende gesellschaftliche Spannungen anheizen. Diese Erkenntnisse, die im amerikanischen Fachjournal Proceedings of the US National Academy of Sciences erscheinen, können hilfreich sein für Sicherheitsstrategien – und zwar umso mehr, da die zukünftige globale Erwärmung durch die von Menschen verursachten Treibhausgasemissionen das Risiko von Naturkatastrophen und damit vermutlich auch von Konflikten und Migration erhöhen wird.

„Klimabedingte Naturkatastrophen haben ein destabilisierendes Potential, dass sich in ethnisch zersplitterten Gesellschaften auf besonders tragische Art und Weise entfaltet“, sagt Leitautor Carl-Friedrich Schleussner von Climate Analytics und dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK). Fast ein Viertel der Konflikte in ethnisch gespaltenen Ländern fallen mit natürlichen klimatischen Desastern zusammen, fanden die Wissenschaftler heraus; dabei geht es zunächst nicht um den Einfluss des vom Menschen verursachten Klimawandels. „Klima-Desaster führen nicht direkt zum Ausbruch von Konflikten, aber sie können das Risiko für einen Ausbruch erhöhen, der seine Wurzeln in den jeweiligen Rahmenbedingungen hat. Das scheint recht naheliegend, aber wir können das nun wissenschaftlich fundiert belegen“, sagt Schleussner, der im Rahmen dieser Forschung auch Fellow an der Humboldt Universität zu Berlin (Integrative Research Institute on Transformations of Human-Environment Systems, IRI THESys) war.

„Wir waren überrascht wie sehr die Ergebnisse herausstechen im Vergleich etwa zu Ungleichheit“

Bisherige Forschung konzentrierte sich häufig entweder auf klimatische Variablen wie steigende Temperaturen, die nicht direkt in gesellschaftliche Auswirkungen übersetzt werden können, oder war begrenzt auf Fallstudien. Die neue Studie geht darüber hinaus, indem sie sich direkt auf ökonomische Schadensdaten zu Naturkatastrophen konzentriert, gesammelt vom internationalen Rückversicherungsmarktführer Munich Re. Die mathematische Methode der Ereigniskoinzidenzanalyse wurde kombiniert mit einem in der Sicherheitsforschung etablierten Konflikt-Datensatz und einem gebräuchlichen Index für ethnische Zersplitterung.

„Wir waren überrascht, wie sehr die Ergebnisse für ethnisch zersplitterte Länder herausstachen gegenüber anderen Eigenschaften der Länder – etwa ihrer Konfliktgeschichte, Armut oder Ungleichheit“, sagt Ko-Autor Jonathan Donges, einer der Leiter des PIK Flaggschiffprojekts zu ko-evolutionären Pfaden COPAN. „Wir denken, dass ethnische Spaltungen eine gesellschaftliche Bruchlinie sein können, wenn zusätzliche Stressfaktoren wie eben Naturkatastrophen eintreten. Das könnte multi-ethnische Länder besonders anfällig für die Folgen solcher Desaster machen.

„Ein ganz besonderer Zusatzeffekt der Stabilisierung des Klimas: Frieden"

Die Studie kann keine Risiko-Abschätzung für bestimmte Staaten liefen. Da bewaffnete Konflikte und Naturkatastrophen glücklicherweise seltene Ereignisse sind, sind die Datenmengen für einzelne Länder begrenzt und nicht ausreichend für statistische Analysen.

„Bewaffnete Konflikte zählen zu den größten Bedrohungen für Menschen – für manche enden sie tödlich, andere werden gezwungen ihre Heimat zu verlassen und vielleicht in weit entfernte Länder zu fliehen. Ethnische Spaltungen und Naturkatastrophen als Verstärker von Destabilisierungsrisiken zu erkennen, ist deshalb sehr wichtig“, sagt Ko-Autor Hans Joachim Schellnhuber, Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. „Der menschgemachte Klimawandel wird Hitzewellen und regionale Dürren verstärken. Unsere Beobachtungen in Kombination mit dem, was wir über wachsende Auswirkungen des Klimawandels wissen, können dazu beitragen der Sicherheitspolitik zu helfen, Risikoregionen zu erkennen.“ Einige der konfliktanfälligsten Regionen der Welt wie Nord- und Zentralafrika oder Zentralasien sind sowohl besonders verwundbar durch den menschgemachten Klimawandel als auch geprägt von tiefen ethnischen Spaltungen. „Unsere Studie ist also ein weiterer Beleg für einen ganz besonderen Zusatzeffekt einer Klimastabilisierung“, so Schellnhuber: „Frieden.“


Großes Alpaka-Sterben in peruanischer Kälte

Temperaturen von bis zu -23 Grad werden Mensch und Tier zum Verhängnis

wetter.de , 27. Juli, 2016

http://www.wetter.de/cms/grosses-alpaka-sterben-in-peruanischer-kaelte-3016028.html


Der Klimawandel heizt den Pflanzen ein

Der Wald verschwindet, die Steppe kommt

wetter.de , 28. Juni, 2016

http://www.wetter.de/cms/der-klimawandel-heizt-den-pflanzen-ein-2965477.html


Generation Klimaschutz

Zum Weltjugendtag in Krakau erinnerten Greenpeace-Aktivisten an die Mahnung des Papstes, dem Klimawandel entgegenzuwirken. Denn Polen beharrt auf schmutzigen Kohle-Strom.

Von Matthias Wolf, Greenpeace-Online, 25.7.16

Polens Regierung klammert sich weiterhin an die Kohlekraft, sie macht einen Großteil der Energieerzeugung im Land aus. Zum 31. katholischen Weltjugendtag in Krakau erinnerten deshalb Greenpeace-Aktivisten aus vier europäischen Ländern an die Mahnung von Papst Franziskus. Im vergangenen Jahr kritisierte er den massiven Anteil der Industrienationen am Klimawandel.

Die Jugend nicht im Stich lassen

Mit Kajaks paddelten die Aktivisten, unter ihnen zahlreiche Jugendliche, am Samstagnachmittag die Weichsel entlang – 18 von ihnen kamen aus Deutschland, sieben davon sind Aktivisten der Greenpeace-Jugend. „Der Klimawandel ist ein Problem, das nicht länger einer kommenden Generation überlassen werden kann“ stand auf ihrem schwimmenden Banner: Ein Zitat des Papstes, mit dem sie gemeinsam schnelles Handeln gegen den Klimawandel fordern. Denn der geht vor allem zu Lasten der jungen Generation. Eine Tatsache, die nicht vereinbar ist mit Polens Fokus auf fossile Brennstoffe.

Im vergangenen Jahr veröffentlichte Franziskus die Umwelt-Enzyklika 'Laudato Si', eine schriftliche Stellungnahme. Als erster Papst formuliert er darin Forderungen zum Umweltschutz. Unter anderem beklagt er den Beitrag der wohlhabenden Industrienationen zu gefährlichen Umweltentwicklungen, insbesondere zum Klimawandel. „Der Rhythmus des Konsums, der Verschwendung und der Veränderung der Umwelt hat die Kapazität des Planeten derart überschritten, dass der gegenwärtige Lebensstil nur in Katastrophen enden kann“, schreibt Franziskus in der Enzyklika.

Zum Weltjugendtag wird der Papst am kommenden Donnerstag, 28. Juli, in Krakau anreisen. Er beendet das internationale Jugendtreffen am Sonntag mit einer Messe. Für die Greenpeace-Aktivisten lag es deshalb nahe, im Vorlauf zum Weltjugendtag an seine mahnenden Worte zu erinnern.

Polens überholte Energiepolitik

Denn mehr als 80 Prozent des Stroms wird in Polen durch Kohle erzeugt. Nur knapp zehn Prozent stammen hingegen aus erneuerbaren Energiequellen. Zum Vergleich: in Deutschland liegt der Kohlestrom-Anteil bei etwa 40 Prozent, Erneuerbare machen über ein Viertel der Energieerzeugung aus. Dabei unterzeichnete Polen im April das Pariser Klimaabkommen und stimmte somit zu, die globale Erwärmung auf höchstens zwei Grad Celsius zu begrenzen. Mit einem derart hohen Stromanteil aus Kohlekraftwerken wird Polen die Ziele des Abkommens kaum umsetzen können.

Hinter Polens Energiepolitik steht vor allem der Wunsch nach Unabhängigkeit von Energieimporten. In den vergangenen 20 Jahren kam es in dem Land zu elf Lieferstörungen von Gas aus Russland. Deshalb setzt man noch immer verstärkt auf die eigenen Kohlevorkommen im Land als vermeintlich zuverlässige und unabhängige Energiequelle. Um die eigene Kohleförderung zu verteidigen, versuchte Polen immer wieder eine schärfere EU-Energiepolitik abzubremsen.

Möchte das katholisch geprägte Land effektiv zum Kampf gegen den Klimawandel beitragen, dann muss es auf die Kritik des Kirchenoberhauptes reagieren. Und auf die Aktivisten, die mit ihrer Aktion zum Weltjugendtag eine Zukunft mit Erneuerbaren Energien für ihre Generation fordern.




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