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Aktuell

Biodiversitätsforschung

Universität Zürich wird globales Zentrum für Biodiversitätsforschung

Universität Zürich Pressemitteilung, 20.12.16

Ab 2017 übernimmt die Universität Zürich die internationale Koordinationsstelle «bioDISCOVERY». Diese unterstützt und koordiniert weltweit Forschungsprojekte mit dem Ziel, den Wandel der biologischen Vielfalt zu überwachen, zu bewerten, besser zu verstehen und vorherzusagen. Der Zuschlag erfolgte speziell aufgrund der Konzentration und Interdisziplinarität des Universitären Forschungsschwerpunkts «Globaler Wandel und Biodiversität» der UZH.

Nach längeren Verhandlungen mit dem globalen Wissenschaftsnetzwerk FutureEarth gelang es der UZH, das International Project Office von «bioDISCOVERY» nach Zürich zu holen. FutureEarth ist eine internationale Forschungsplattform, die sich auf globaler Ebene für die Erhaltung der Lebensgrundlagen einsetzt. Die Organisation erarbeitet wissenschaftliche Grundlagen zur Umsetzung der Klima- und Biodiversitätskonvention sowie der Ziele für nachhaltige Entwicklung. «bioDISCOVERY» selbst arbeitet eng mit der Intergovernmental Science-Policy Platform on Biodiversity and Ecosystem Services (IPBES) zusammen. Diese übernimmt als Weltbiodiversitätsrat seit 2012 ähnliche Aufgaben für die Biodiversitätskonvention wie der Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) für die Klimakonvention. Damit wird die UZH zu einem globalen Hotspot für die inter- und transdiziplinäre Biodiversitäts-Forschung.

Weltweite Koordination von Forschungsarbeiten zur Artenvielfalt

«Dank den erstklassigen und interdisziplinär angelegten Arbeiten innerhalb des Universitären Forschungsschwerpunkts 'Globaler Wandel und Biodiversität' gelang es der UZH, das prestigeträchtige Büro von bioDISCOVERY zu übernehmen, das zuvor in Paris beheimatet war», zeigt sich Michael Schaepman, einer der drei Co-Direktoren und Professor für Fernerkundung am Geografischen Institut, erfreut. Übereinstimmend mit den Zielen von «bioDISCOVERY» erforschen an der UZH Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaftler aus zwei Fakultäten und fünf Instituten die Zusammenhänge zwischen dem Biodiversitätsverlust und den globalen Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft.

«bioDISCOVERY» koordiniert weltweit Forschungsarbeiten in drei Schwerpunktbereichen: Biodiversitätsassessments sollen gestärkt, die Beobachtungen und das Verständnis von Veränderungen der Artenvielfalt verbessert sowie die Prognose zukünftiger Entwicklungen optimiert werden. Dabei soll aber nicht nur die Forschung, sondern auch die globale Politik im Bereich Biodiversität vorangebracht werden. «Forschungsergebnisse in gesellschaftsrelevante Fragen einzubetten, indem sich Wissenschaft und Politik stärker verbinden, ist ein sehr wichtiger transdiziplinärer Bestandteil unseres Universitären Forschungsschwerpunkts», sagt Co-Direktor Bernhard Schmid, Biodiversitätsexperte am Institut für Evolutionsbiologie und Umweltwissenschaften.

UZH wird Referenzhochschule im Bereich Biodiversität

Im gleichen Institut arbeitet die dritte Person des Leitungsteams vom Forschungsschwerpunkt Globaler Wandel und Biodiversität: Owen Petchey. Sein Spezialgebiet sind die Auswirkungen globaler Umweltveränderungen auf die Artenvielfalt und die mathematische Modellierung von Biodiversitätsveränderungen. Gemäss Petchey trägt der UZH-Forschungsschwerpunkt zentral zu den vier Kernaktivitäten von «bioDISCOVERY» bei. So sollen bestehende Datenbanken zu globalen Sammlungen ausgeweitet werden, die die wesentlichen Merkmale von Organismen aus Meeres-, Süsswasser- und terrestrischen Gebieten beinhalten. Weiter sollen die nachhaltige Nutzung von Ressourcen, beispielsweise in Waldökosystemen, optimiert sowie die Beobachtung und Erforschung gefährdeter Ökosysteme wie die Permafrost-dominierte Tundra, der tropische Regenwald oder Korallenriffe verfeinert werden. Zudem sollen Szenarien und Modelle weiterentwickelt werden, um die Biodiversitätsveränderungen von Ökosystemen unterschiedlicher Gebiete über die Zeit hinweg zu vergleichen.

«Dank der bioDISCOVERY-Koordinationsstelle, die von Cornelia Krug an der Schnittstelle von Wissenschaft und Politik geführt wird, avanciert die UZH zu einer Referenzhochschule im Bereich Biodiversität», resümiert Michael Schaepman.


Wir zerstückeln die Natur

Weltweit zerschneiden Straßen die Natur. Die Areale dazwischen sind meist nur einen Quadratkilometer groß - mit erheblichen Folgen für Pflanzen und Tiere.

Von Roland Knauer, Der Tagesspiegel, 19.12.16

http://www.tagesspiegel.de/wissen/mensch-und-umwelt-wir-zerstueckeln-die-natur/14985922.html


Monokulturen vernichten viel Geld

Eine neue Studie zeigt: Eine große Artenvielfalt führt zu einem Plus an Produktivität und damit zu mehr Einnahmen als bei Monokulturen

Von Phillip Bittner, Enorm, 19.12.16

http://www.enorm-magazin.de/monokulturen-vernichten-viel-geld


Hendricks begrüßt Ergebnisse der Biodiversitäts-Konferenz in Cancún

BMUB Pressemitteilung, 19.12.16

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks hat die Ergebnisse des Biodiversitäts-Gipfels in Cancún als "Erfolg für den Artenschutz" begrüßt. "Die Konferenz hat wichtige Weichen für die Zukunft gestellt. Es ist erfreulich, dass der Artenschutz nunmehr weltweit in den Rang einer Richtschnur für agrarpolitische Entscheidungen gehoben wurde. Damit ist klar: Die Erhaltung der Artenvielfalt ist für die Zukunft der Menschheit genauso wichtig ist wie der Klimaschutz. Diese Zukunftsaufgaben müssen fortan zusammen gedacht werden."

Regierungen aus 167 Ländern hatten sich am Wochenende auf eine Reihe von Maßnahmen zum Schutz der biologischen Vielfalt verständigt, die die Umsetzung der Ziele der UN-Dekade zur Artenvielfalt verstärken. Im Jahr 2010 hatten sich die Mitgliedsstaaten für die nächsten 10 Jahre beschlossen, dass 17 Prozent der Land- und 10 Prozent der Meeresflächen besser geschützt werden.

Größter Adressat der beschlossenen Maßnahmenpakete ist die industrielle Landwirtschaft. Die Staaten einigten sich darauf, den Artenschutz künftig als Richtschnur für andere Politikbereiche wie Land- und Forstwirtschaft, Fischerei und Tourismus zu etablieren. Für Bienen und andere Bestäuber ist die intensive Landwirtschaft ebenfalls lebensbedrohlich: Der Schutz bestäubender Insekten und Kleintiere vor Pestiziden soll mit der neu gegründeten "Koalition der Willigen für Bestäuber" gesteigert werden. Der Gruppe gehört auch Deutschland an. Mit der Cancún-Erklärung hatten die Ministerinnen und Minister zu Beginn der Konferenz bereits den Willen zum Abbau schädlicher Landwirtschaftssubventionen vereinbart.

Die Biodiversitäts-Konferenz hat auch für weitere Bereiche wichtige Beschlüsse gefasst: Ein Aktionsplan für die Wiederherstellung geschädigter Wälder und die Berücksichtigung der Artenvielfalt bei Rohstoffabbau, Infrastrukturmaßnahmen und der Produktion gehören dazu. Ein besonders wichtiger Beschluss besagt nun auch, dass Klimaschutzmaßnahmen nicht zu Lasten der biologischen Vielfalt gehen dürfen. Die Ausweisung zusätzlicher schützenswerter Meeres- und Küstengebiete auf hoher See und in nationalen Gewässern bedarf hingegen noch der Nachverhandlung. Die Biodiversitätskonferenz tagt alle zwei Jahre, das nächste Mal 2018 in Ägypten.




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