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Indonesien: Geld für Regenwaldschutz

Tausche Schulden gegen Regenwald

WWF-Online, 11.10.11

Die USA erlassen Indonesien 21,5 Millionen Euro Auslandschulden. Die Mittel fließen zweckgebunden in den indonesischen Wald- und Klimaschutz. Der WWF unterstützt die Umsetzung vor Ort in Borneo.

Indonesien und die USA haben einen historischen Handel beschlossen. Vertreter beider Regierungen unterzeichneten am 29. September 2011 einen Tausch von Schulden gegen Natur – ein so genanntes „Debts for Nature Swap“. Das Abkommen erlässt dem asiatischen Staat Schulden im Wert von insgesamt 28,5 Millionen Dollar (rund 21,5 Mio. Euro). Diese Summe wird gezielt zum Erhalt der Regenwälder auf der Insel Borneo eingesetzt. Geplant ist die Umsetzung von Programmen, die Waldschutz und nachhaltige ökonomische Entwicklung miteinander in Einklang bringen. Der WWF und „The Nature Conservancy“ (TNC) beteiligten sich mit jeweils zwei Millionen Dollar. Beide Organisationen unterstützen zudem aktiv die Umsetzung der Projekte.

Ein Gewinn für die einzigartige Biodiversität von Borneo

„Es handelt sich dabei um einen bedeutenden Schritt, eines der artenreichsten Waldökosysteme der Welt zu retten“, sagte Tom Dillon von WWF USA. „Gleichzeitig bedeutet dieses Abkommen die wirtschaftliche Absicherung für Millionen von Menschen, die vom Erhalt des Regenwaldes abhängig sind. Es ist ein absoluter Gewinn. So kann die spektakuläre Biodiversität im 'Herzen von Borneo' erhalten bleiben und der Kampf gegen den Klimawandel fortgesetzt werden.“

Konzepte für den nachhaltigen Schutz der Tropenwälder

Die Wälder Borneos sind extrem bedroht. Die Umwandlung in Ölpalmen-Plantagen, Waldbrände und legale wie illegale Holznutzung gefährden den einzigartigen Lebensraum. In Kalimantan, dem indonesischen Teil Borneos, existiert nur noch die Hälfte des ursprünglichen Waldbestandes. „Die zunehmende Rodung bedroht nicht nur den Lebensraum einzigartiger Tier- und Pflanzenarten. Sie verschärft auch die Emission von Treibhausgasen“, sagt Susanne Gotthardt, Referentin Südostasien im Waldteam des WWF Deutschland. „Die durch die Schuldenumwandlung frei werdenden Mittel sollen genau dorthin fließen. Das Geld wird für Projekte eingesetzt, die Wälder schützen, Treibhausgasemissionen vermeiden und eine nachhaltige ökonomische Entwicklung ermöglichen.“

Priorität für die Bevölkerung und gemeinnützige Organisationen

Im Herzen Borneos liegen die drei indonesischen Distrikte Berau, Kutai Barat und Kapuas Hulu, die von dem Abkommen profitieren werden. Ihren Einwohnern wird eine Schlüsselrolle zugeschrieben. Sie sollen aktiv in die Naturschutzprojekte eingebunden werden. „Die finanzielle Unterstützung wird der zivilen Bevölkerung und den gemeinnützigen Organisationen zugeführt, die rund um die begünstigten Regionen leben und arbeiten. Sie genießen Priorität," sagt Nazir Foed, der Naturschutzdirektor vom WWF Indonesien. Die Gelder werden in Wald-, Biodiversitäts-, und REDD-Aktivitäten fließen, um schlussendlich eine so genannte „Green Economy“ anzukurbeln.

Reduktion der Treibhausgas-Emissionen um bis zu 40 Prozent angestrebt

Die Abholzung der Regenwälder verursacht weltweit etwa 15 Prozent des globalen Treibhausgas-Ausstoßes. Indonesien hat eine der höchsten Entwaldungsraten der Welt. Der Staat plant sein derzeitiges Wirtschaftswachstum von sieben Prozent aufrecht zu halten. Bis zum Jahr 2020 möchte das Land Emissionen, die durch Waldrodung entstehen, um rund ein Viertel aus eigener Kraft reduzieren. Mit internationaler Hilfe strebt es sogar bis zu 40 Prozent an.

Die Herz von Borneo-Initiative

Die Herz von Borneo-Initiative ist ein länderübergreifendes Programm, das Indonesien, Malaysia und Brunei seit 2007 gemeinsam umsetzen. Angeregt und angestoßen hat es der WWF. Das Ziel der Initiative ist, auf 22 Millionen Hektar Wälder zu schützen oder ihre Nutzung so zu regeln, dass sie auch langfristig vielen Tier- und Pflanzenarten eine Heimat bieten. In Borneo leben 210 bekannte Säugetierarten wie Zwergelefanten, Orang-Utans, Gibbons und Leoparden. Darüber hinaus sind mehr als 600 Vogelarten, 15.000 Gefäßpflanzenspezies sowie rund 400 Reptilien- und Amphibien anzutreffen. Der WWF Deutschland unterstützt vier Projekte im Herzen Borneos.




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