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Guarani nach Überfall gestorben

Guarani-Indianer erliegt nach Überfall seinen Verletzungen

Survival International Deutschland e.V. Pressemitteilung, 16.12.11

Ein Angehöriger der Guarani aus Zentralbrasilien ist zwei Jahre nach dem Überfall auf seine Gemeinschaft durch bewaffnete Männer an seinen Verletzungen gestorben.

Rosalino Lopes, 50, wurde in den Bauch geschossen und dadurch gelähmt, als seine Gemeinschaft, Pyelito Kuê, 2009 attackiert wurde. Die bewaffneten Männer waren angeblich von den Viehzüchtern angeheuert worden, die jetzt das Land der Guarani besetzen.

Bevor er starb, sagte Lopes: “Ich sterbe für das angestammte Land, auf dem ich geboren wurde. Ich wollte zurück nach Pyelito Kuê, um dort mit meiner Familie zu leben… Alle unsere indigenen Verwandte und die Behörden sollen wissen, dass die Wunde, die mir die bewaffneten Männern zugefügt haben, dabei ist mich umzubringen. Ich werde nicht mehr länger aushalten.”

Der Überfall folgte einem Versuch von Lopes’ Gemeinschaft ihr Land wieder zu besetzen. Ein neuer Versuch das Land wieder zu besetzen endete ebenfalls mit Gewalt: Früher in diesem Jahr haben bewaffnete Männer die Gemeinschaft angegriffen, Häuser in Brand gesetzt und mehrere Menschen stark verletzt.

Seit einigen Monaten leiden die Guarani unter einer zunehmenden Zahl an Angriffen und Drohungen: Bedeutende Anführer – die Berichten zufolge auf einer Todesliste erscheinen – werden von bewaffneten Männern gezielt ins Visier genommen. Letzten Monat haben bewaffnete Männer einen Angehörigen der Guarani vor seiner Gemeinschaft erschossen.

In den letzten Jahrzehnten sind große Flächen Guarani-Land beschlagnahmt worden, um Platz für Viehzucht, Soja- und Zuckerrohrplantagen zu schaffen. Die brasilianische Regierung ist dafür zuständig das Land zu kartieren und den Guarani zurückzugeben. Dieser Prozess ist aber fast völlig zum Stillstand gekommen. In der Zwischenzeit leben die Guarani unter fürchterlichen Bedingungen, in denen Krankheiten, Unterernährung, Gewalt und Selbstmord Alltag sind.

Survival setzt sich bei den brasilianischen Behörden und der Interamerikanischen Kommission für Menschenrechte dafür ein, dass die Guarani durch dringende Maßnahmen geschützt werden.




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