powered by <wdss>
Aktuell

EU-Konsum und Regenwald-Zerstörung

Weltweite Regenwaldzerstörung geht auch auf das Konto Europas

Von Gesche Jürgens, Greenpeace-Online, 3.7.13

Die Europäische Kommission veröffentlichte gestern einen Bericht "The impact of EU consumption on deforestation", in dem die Auswirkungen des gesamtwirtschaftlichen Verbrauchs der EU-Länder untersucht werden. Daraus geht hervor, dass dieser zwischen 1990 und 2008 eine Zerstörung von etwa neun Millionen Hektar Wald verursacht hat. Dies entspricht der Größe der irischen Insel.

Europas hoher Konsum, z.B. von Fleisch, sowie die steigende Nachfrage nach Biokraftstoffen nimmt riesige Flächen in Anspruch und erhöht den Druck auf die Wälder weltweit. Am schlimmsten von Entwaldung betroffen sind der Amazonas und die Regenwälder Südostasiens und Afrikas. Ein Drittel der gesamten Entwaldung in diesem Zeitraum geht auf das Konto großer Industrieländer.

EU braucht eine Null-Entwaldungsstrategie

Betrachtet man den Konsums nur auf der Ebene der mit Waldzerstörung verknüpften, international gehandelten Güter, gehen 36 Prozent davon auf das Konto der EU 27-Staaten. Wird der gesamte weltweite Konsum der Berechnung zugrunde gelegt, werden in Europa bis zu zehn Prozent der Güter, die mit Entwaldung in Verbindung gebracht werden, verbraucht. Dabei berücksichtigt die Studie nur die Entwaldung, nicht aber die Degradierung, also die teilweise massive Schädigung von Wäldern.

Globale Trends prognostizieren eine zusätzliche Nachfrage an Rohstoffen, auch aufgrund der zunehmenden Nutzung von biomassebasierter Energie, z.B. in Form von Biokraftstoffen oder Holz. Es ist daher allerhöchste Zeit zu handeln und die Waldzerstörung aus unserem Konsum in Europa zu verbannen.

Bereits 2008 haben die europäischen Umweltminister sich das Ziel gesetzt (PDF), bis 2030 die weltweite Entwaldung zu stoppen und die Zerstörung der tropischen Regenwälder bis 2020 zu beenden. Das siebte EU-Umweltaktionsprogramm (PDF) soll dazu beitragen, diese Ziele zu verwirklichen.

Dazu muss zum einen sichergestellt werden, dass der europäische Konsum nicht zu Lasten der verbleibenden Urwälder der Erde geht, gleichzeitig müssen auch die besonders von Entwaldung betroffenen Regionen Unterstützung erfahren, ihre Wälder zu erhalten.

Großkonzerne müssen Waldzerstörung aus ihrer Lieferkette verbannen

Die größten Treiber der Entwaldung sind die Produktion von Pflanzenöl, wie Palm- und Sojaöl, sowie die Fleischproduktion. Zahlreiche Greenpeace-Kampagnen haben Großkonzerne wie Cargill, Nestlé und Unilever, die aus diesen Agrarrohstoffen Produkte herstellen bzw. verkaufen, adressiert und sie aufgefordert, die Entwaldung aus ihrer Lieferkette zu verbannen. Dazu verpflichtete sich Nestlé im Mai 2010 als Folge einer Greenpeace Kampagne.

Die weltweite Waldzerstörung hat dramatische Folgen für Klima und Artenvielfalt. Laut IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) werden fast 20 Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen durch die Zerstörung und Degradierung von Wäldern verursacht. Nicht nur Lebensräume von Tieren und Pflanzen werden unwiederbringlich vernichtet, auch 360 Millionen Menschen sind direkt und indirekt auf die Wälder weltweit angewiesen (PDF).




» zurück
 

Druckversion












































05.12.20 18:10 - 18:20
arte: Der Klimawandel hat längst begonnen

16.11.20 20:15 - 21:50
ARD-alpha: Die Welt ist noch zu retten?!

19.11.20 09:30 - 11:05
arte: Arten retten - Gegen das große Verschwinden

21.11.20 23:30 - 00:55
rbb: Koyaanisqatsi

09.11.20 20:15 - 21:00
hr: Natur retten - Hilfe für Wald, Insekten und Co.

16.11.20 23:20 - 00:50
ARD: Ich bin Greta

13.11.20 10:55 - 11:55
WDR: Nationalparks - Was sind sie wert?

25.11.20 16:55 - 17:20
arte: Rewilding - Von Chancen und Schwierigkeiten

18.11.20 23:00 - 23:45
WDR: Die Waldretter

21.11.20 09:30 - 10:00
BR: Eine Welt ohne Insektensterben

25.11.20 22:00 - 22:45
BR: Tatort Wald - Holzraub in den Karpaten

18.11.20 23:45 - 01:15
WDR: Die rote Linie - Widerstand im Hambacher Forst

15.11.20 08:25 - 09:10
ZDFneo: Aus Liebe zum Leben - Artenschutz

18.11.20 20:15 - 21:45
ARD: Ökozid

25.11.20 07:30 - 08:00
hr: Das leise Sterben der Bienen und Schmetterlinge

18.11.20 16:15 - 16:45
ARD-alpha: Unser Klima - Handeln gegen den Wandel!

22.11.20 20:15 - 21:45
ONE: Ökozid

15.11.20 09:10 - 09:55
ZDFneo: Unsere Wälder (1/3) - Die Sprache der Bäume

23.11.20 23:30 - 00:15
ARD: Das große Artensterben

18.11.20 10:15 - 11:00
3sat: Klima und Corona - Was bleibt von "Fridays for Future?"

15.11.20 09:55 - 10:40
ZDFneo: Unsere Wälder (2/3) - Ein Jahr unter Bäumen

26.11.20 23:45 - 01:10
hr: Mission "Die Erde retten"

15.11.20 10:40 - 11:25
ZDFneo: Unsere Wälder (3/3) - Verbündete im Kampf gegen den Klimawandel