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AKTION zu Amazonas-Indigenen

Der Tod des Waldes ist das Ende unseres Lebens

Die brasilianischen Indianer kämpfen um ihr Überleben. Ihre angestammten Territorien und Regenwaldschutzgebiete will sich die Industrie mit Hilfe einer Verfassungsänderung sichern. Denn die Konzerne brauchen Platz für Soja-Monokulturen, Rinderherden, Staudämme und Bergbau. Bitte unterzeichnen Sie die Petition an die Politiker.

"Rettet den Regenwald" e.V. Pressemitteilung, 13.4.15

Die brasilianischen Regenwaldindianer kämpfen gegen eine geplante Verfassungsänderung mit dem Kürzel PEC 215. Auch ein neues Bergbau-Gesetz steht zur Abstimmung im Kongress an.

Beide Gesetzesvorlagen sollen es ermöglichen, dass die staatlichen und indigenen Schutzgebiete vom Parlament aufgehoben werden können. Sie sollen Industrieplantagen, Wasserkraftwerken und dem Abbau von Bodenschätzen weichen. Neue Schutzgebiete könnten damit de facto gar nicht mehr geschaffen werden.

Bisher war die Regierung für die Ausweisung von Schutzgebieten und indigenen Territorien verantwortlich. Doch seit den Wahlen Ende 2014 hat die Macht von Lobbyisten der Agrar-, Bergbau- und Energieindustrie im Parlament weiter zugenommen.

Dem Amazonasgebiet droht die großflächige Vernichtung. Dabei leiden weite Teile Brasiliens schon jetzt unter einer katastrophalen Dürre. Auch am Amazonas gehen die Regenfälle zurück. Die Wasserversorgung von Millionen Menschen ist nicht mehr gesichert.

Wissenschaftler sehen einen direkten Zusammenhang zwischen der Abholzung des Amazonasregenwaldes und der Trockenheit. Die Wälder spielen als Wasserspeicher und für das Klima eine immens wichtige Rolle.

Schon mehrmals konnten die brasilianischen Ureinwohner die Gesetzesinitiative stoppen. Im April 2013 besetzten Hunderte Indianer aus allen Landesteilen den Kongress in der Hauptstadt Brasilia. Auch im Dezember 2014 verhinderten die Demos der Indigenen die Debatte im Parlament. Die Verfassungsänderung sollte daraufhin aufgegeben werden, versprachen die Politiker.

Doch wenige Monate später hat der Präsident des Kongresses PEC 215 wieder auf die Tagesordnung gesetzt.

Bitte unterzeichnen Sie die Petition an die Regierung

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Hinter­gründe

Bereits 2012 hatte der brasilianische Kongress eine Änderung des Waldgesetzes (Código Florestal) beschlossen. Seitdem dürfen auch ökologisch und für den Wasserschutz besonders sensible Flächen wie die Uferstreifen entlang von Bächen und Flüssen sowie Steilhänge gerodet werden, um Platz für Ackerbau und Viehzucht zu schaffen.

Wälder speichern enorme Mengen Wasser und regulieren den Wasserstand der Flüsse. Ohne die schützende Vegetation fließt das Regenwasser rasch ab, die Böden trocknen aus.

Zudem erzeugen die Regenwälder einen großen Teil der Regenfälle selbst. Etwa Dreiviertel der Niederschläge im Amazonasgebiet stammen aus der Verdunstung der Vegetation, nur ein Viertel aus den vom Atlantik heranströmenden feuchten Luftmassen.

Auch der noch intakte Amazonasregenwald ist im Wandel begriffen, wie jüngste Studien belegen. Die Bäume im Amazonasgebiet wachsen langsamer, immer mehr sterben zudem ab, berichtet ein internationales Forscherteam in der Fachzeitschrift Nature. Die Ursachen sind nicht klar. Die Forscher nennen zwei Dürren 2005 und 2010 sowie höhere Temperaturen als mögliche Ursachen. Über einen Zeitraum von fast 30 Jahren haben Forscher auf 321 über das gesamte Amazonas-Gebiet verteilten Arealen die Entwicklung von Bäumen untersucht. Insgesamt wurden fast 200.000 Bäume vermessen sowie sterbende und neu nachwachsende Bäume erfasst.

Doch immer mehr Regenwald und andere Ökosysteme werden durch die Holzindustrie, für Siedlungen und vor allem für die Landwirtschaft abgeholzt. Der mit Abstand größte Wasserverbraucher ist die Agrarindustrie. Die riesigen Monokulturen mit Soja (25 Millionen Hektar), Zuckerrohr (10 Millionen Hektar), Orangenplantagen (3 Millionen Hektar) verbrauchen Dreiviertel des Wassers.

Nicht nur zur Erzeugung von Nahrungsmitteln und für Tierfutter, sondern auch für die Tankfüllungen der Autos werden Unmengen an Wasser verbraucht. Brasilien ist nach den USA der größte Ethanolproduzent.

Während die Lage in Brasilien immer kritischer wird und Millionen Menschen gegen die Politik der Regierung protestieren, schaufeln sich die Politiker Korruptionsgelder in die Taschen. Umgerechnet 170 Millionen Euro Schmiergelder soll der staatliche Erdölkonzern Petrobras in die Kassen der Regierungspartei PT von Präsidentin Dilma Rousseff gezahlt haben. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs. Inzwischen wird gegen über 50 Politiker aus fünf Parteien ermittelt. DieSumme von Schmiergeldzahlungen wird auf umgerechnet drei Milliarden Euro geschätzt.

Den Wassermangel bekämpfen die Politiker, indem sie öffentlich zu Gott beten. Zudem wollen sie neue Stauseen bauen, und einige sind sogar auf die Idee gekommen, den Amazonas anzuzapfen. Kanäle und Rohrleitungen sollen das kostbare Nass über Tausende Kilometer aus dem Regenwald in die Städte und die industrialisierte Landwirtschaft im Süden leiten.

Seit Ende März läuft in den brasilianischen Kinos der Film „A Lei da Áuga", zu deutsch das Gesetz des Wassers". Der Dokumentarfilm zeigt, wie wichtig die Wälder für den Erhalt der Wasserressourcen in Brasilien sind. Der Film beleuchtet auch die Auswirkungen der Änderung des Waldgesetzes auf die Ökosysteme und das Leben der Einwohner.




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