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Aktuell

Onega-Urwald in Russland unter Schutz

Schutzgebiet für Russlands Urwald – ein Erfolg für Greenpeace

Von Oliver Salge, Greenpeace-Blog, 28.2.13

Vor über zwölf Jahren stand ich an Bord des Greenpeace Aktionsschiffes Beluga und sah den Papierfrachter “Zamosvorechye” die Elbe hochkommen. Das Schiff brachte Papier aus Archangelsk, einer großen Hafenstadt am Weißen Meer in Russland. Ich war an Bord, um mit zwei Duzend Greenpeace Aktivisten gegen die Urwaldzerstörung in Russland zu protestieren. Immerhin trugen wir in Deutschland eine gute Portion Verantwortung, denn wir kauften schließlich das Papier, das in Hamburg gelöscht werden sollte.

Ich erinnere mich noch gut an jene Nacht, denn es war kalt. Eisiger Wind zog über die Elbe und ich fragte mich, wie wir bei dem Eisregen jemals an Bord des Schiffes kommen wollten, um unser Protestbanner anzubringen. Aber als der Frachter mitten in der Nacht an uns vorbeifuhr, sprangen wir in die Schlauchboote, ran an die Bordwand und schon erklommen die ersten Aktivisten die Schiffskräne und begannen das Banner zu befestigen. Trotzt Eiseskälte und Eisregen war nach einigen Minuten das Banner angebracht. Direkt zwischen zwei Schiffsmasten war in großen Lettern zu lesen: “Kein Urwald für Papier”. Wir forderten den Schutz des Dvinsky und des Onega-Urwaldes. Letzterer wurde nun – über zehn Jahre später – von Russlands Regierungschef Medwedew als Onega-Nationalpark unter Schutz gestellt.

Vor diesem Protest war ich in Archangelsk gewesen, hatte mir einige Urwälder angesehen und mit meinen russischen Kollegen überlegt, wie wir auf deren Zerstörung hinweisen könnten. Der Protest im Hamburger Hafen war eine Möglichkeit dies zu erreichen. Und eine erfolgreiche, denn nach dem Protest konnte Greenpeace Russland ein Einschlagstopp mit der ansässigen Holzfirma erreichen. Diese versprach, die Grenzen des von uns vorgeschlagenen Urwald-Nationalparkes zu achten und das Holz woanders zu fällen. Und sie hielt sich daran – bis zuletzt.

Der Onega-Urwald liegt auf einer 70 mal 70 Kilometer großen Halbinsel nahe der Stadt Archangelsk, knapp eintausend Kilometer nördlich von Moskau. Mit der am Mittwoch erfolgten Unterschrift des russischen Regierungschefs ist der Onega-Nationalpark (Onezhskoje Pomorje) 201.000 Hektar groß und umfasst 180.000 Hektar borealen nordischen völlig intakten Urwald und Teile des Weißen Meeres. Der Nationalpark ist damit einer der größeren Waldschutzgebiete im europäischen Teil Russlands.

Ich bin sehr froh, mir mit den anderen Aktivisten damals vor über zehn Jahren die Nacht um die Ohren geschlagen zu haben, denn der Schutz dieses Waldes ist ein toller Erfolg. Er gibt Kraft, auch die nächsten Wochen und Monate für den Waldschutz zu kämpfen. Auch wenn es mal kalt und regnerisch ist, wie die letzten Wochen in Hessen und Bayern, wo ich mich mit meinen Kollegen für den Schutz der Buchenwälder einsetze.




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