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Indonesien-Moratorium enttäuscht

Samstag, 26. Februar 2011

Neuer Moratorium-Plan enttäuscht

Von Corinna Hölzel, Greenpeace, 2.3.11

Der indonesische Präsident plant konkret, ein Moratorium zu verabschieden. Das berichten meine indonesischen Kollegen, die einen Entwurf dieses Moratoriums erhalten haben. Ein Moratorium ist seit Jahren die Hauptforderung unserer Waldkampagne bei Greenpeace. „Moratorium“, darunter verstehen wir, dass es einen sofortigen Einschlagstopp auf alle wertvollen Wälder und besonders die kohlenstoffreiche Torfwälder geben muss. Auf den ersten Blick eine gute Nachricht – aber ...

Urwälder nicht ausreichend geschützt

Wir haben uns den Entwurf genauer angesehen und anhand von Kartenmaterial berechnet, dass etwa 45 Millionen Hektar (zweimal Großbritannien) naturnaher Wald und Torfwald nicht unter den Schutz fallen. Das bedeutet: Eine Fläche zweimal so groß wie Großbritannien kann zur Abholzung freigegeben werden. Das Moratorium, wie zurzeit vorgesehen, wird lediglich 12 Millionen Hektar Wald schützen. Der liegt zudem in meist extrem unzugänglichen Gebieten in Papua und Kalimantan und steht momentan noch nicht unter akuter Bedrohung. Der Großteil der Orang-Utan-Gebiete in Indonesien wird damit nicht geschützt werden.

Ein fauler Kompromiss, den die indonesische Regierung da vorlegt; dieser Entwurf verdient die Bezeichnung “Moratorium” nicht. Mit einem solchen Plan wird die Regierung ihr Ziel, die Treibhausgase um 40 Prozent zu senken, wohl kaum erreichen. Einmal mehr hat man sich der Macht der Palmöl- und Papierindustrie gebeugt und sich gegen Klimaschutz und Artenschutz ausgesprochen. Die Regierung muss jetzt sofort und dringend handeln und den Gesetzesentwurf nachbessern. Die Wälder in Indonesien können nicht warten!




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