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Aktuell

Patenbäume im Spessart gefällt

Verschenkte Patenbäume im Spessart abgeholzt

Von Sara Westerhaus, Greenpeace-Online, 10.1.13

Für den Wald beginnt das Jahr gar nicht gut. Nach wochenlangen Protesten von Greenpeace gegen die Abholzung alter Buchen im Röhrweg bei Rothenbuch bot sich den Aktivisten bei ihrem Kontrollgang am Montag ein trauriges Bild: Der Vorstand der Bayerischen Staatsforsten, Rudolf Freidhager, hatte offensichtlich die Waldarbeiter beauftragt, zu Beginn des Jahres die alten Bäume zu fällen. Die alten Buchen, die Greenpeace Aktivisten seit November durch Schilder, durch Übermalen der Einschlagsmarkierungen und durch das Stoppen der Säge geschützt hatten, stehen zum Großteil nicht mehr.

Ein einzigartiger Wald hat mit diesen alten Buchen einen Großteil seines ökologischen Werts verloren. Wälder wie der im Röhrberg mit ihren über 180 Jahren auf dem Baumstamm sind in Bayern äußerst selten. Sie machen nur etwa ein Prozent des Staatswaldes aus. Obwohl der bayerische Forstminister Brunner im Juni einen Einschlagstopp für diese alten Wälder verhängt hatte, wurde dieser alte Wald nun eingeschlagen. Brunner hat dies zugelassen, obwohl immer noch nicht klar ist, wie Bayern seiner Verantwortung für die Buchenwälder nachkommen wird. Eine traurige Nachricht für die alten Buchenwälder in Bayern und die Greenpeace Aktivisten, die sich in den vergangenen Wochen und Monaten für den Erhalt dieses alten Waldes eingesetzt haben.

Um den Wald zu schützen, hatte Greenpeace alle Staatsminister Bayerns angeschrieben und sie gebeten, sich dafür gegenüber Ministerpräsident Seehofer einzusetzen. Jedem Minister wurde darüber hinaus eine alte Buche im Röhrweg als Patenbaum zugewiesen und markiert. Auch diese Patenbäume sind gefällt worden. Die bayerische Landesregierung hat für den Schutz ihrer heimischen Ökosysteme wohl nicht viel übrig. Greenpeace wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass auch Bayern seiner internationalen Verpflichtung für den Waldschutz nachkommt und zehn Prozent seiner Bürgerwälder vor der Säge schützt.

Aber es gibt auch Lichtblicke im finsteren Wald: Einige ursprünglich markierte, also für den Einschlag vorgesehene Buchen sind von den Waldarbeitern stehen gelassen worden. Es handelt sich dabei um wertvolle Biotopbäume, die für das Leben im Wald große Bedeutung haben. Die Präsenz von Greenpeace hat anscheinend dazu geführt, dass die Mitarbeiter der BaySF nun besser darauf achten, ob Bäume Bruthöhlen, Horste, Zwiesel oder anderen Kennzeichen eines Biotopbaums aufweisen – vielleicht aber haben auch nur die Waldarbeiter vor Ort einen besseren Blick als der zuständige BaySF-Mitarbeiter, der die Bäume für den Einschlag ursprünglich ausgewählt hatte.

Greenpeace und auch der Bund für Naturschutz in Bayern bemängeln, dass von den bayerischen Staatsforsten immer wieder Bäume gefällt werden, obwohl deutlich ersichtlich ist, dass es sich um ökologisch wertvolle Biotopbäume handelt.


Ein alter Baum macht noch keinen Urwald

Von Sara Westerhaus, Greenpeace-Online, 11.1.13

Die Niedersächsischen Landesforsten behaupten, der von Greenpeace am Mittwoch vorgestellte Kartierungsbericht bestätige die gute Arbeit der Niedersächsischen Landesforsten (NLF) im Solling:

“Wie Greenpeace richtig feststellt, sind die bewirtschafteten Wälder des Sollings ökologisch wertvolle Bereiche, die durch das naturnahe und nachhaltige Waldbauprogramm LÖWE (Langfristige Ökologische Waldentwicklung) der NLF dauerhaft erhalten und weiterentwickelt werden. Seit dem Jahre 1991 bewirtschaften die Landesforsten ihre Wälder konsequent ökologisch und mit einem integrativen Naturschutzansatz auf ganzer Fläche.”

Da war wohl der Wunsch der Vater des Gedanken…

Fakt ist: Der Solling eignet sich aufgrund seines relativ großen geschlossenen Waldgebietes als Baustein für den bundesweiten Schutz alter Buchenwälder. Aber es wird viele Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern, um den Solling in weiten Gebieten von einem intensiv industriell genutzten Forst in eine natürliche Waldgesellschaft zu überführen. Derzeit finden sich selbst in europäischen Schutzgebietskulissen (FFH -Gebiete) des Sollings umfangreiche Nadelbaumbestände.

Viele ältere Wälder im Solling wurden und werden noch immer durch die Niedersächsischen Forsten ökologisch durch sogenannte Großschirmschläge – Einschläge, bei denen nur wenige vereinzelte alte Bäume stehen gelassen werden – degradiert.

Nur sehr wenige Waldgebiete im Solling reichen von der Qualität an die von Greenpeace kartierten Buchenwälder im Spessart heran. Die Altersstruktur ist häufig unbefriedigend, es gibt fast keine älteren Buchenbestände. Der Anteil von Wäldern ohne forstliche Nutzung ist mit lediglich 275 Hektar von insgesamt etwa 40.000 Hektar Waldfläche im Solling unterdurchschnittlich gering (0,7 Prozent).

Auch in Sachen Klimaschutz ist der Zustand des Sollings unbefriedigend. Erste Erhebungen zeigen, dass durch Hiebruhe oder ökologische Waldnutzung erheblich mehr Holzvorrat und damit Kohlenstoff gespeichert werden könnte, als es derzeit der Fall ist.

Zusammengefasst muss man leider sagen: Ohne eine deutliche Kehrtwende bei Waldschutz und Waldnutzung wird der Auftrag zum Erhalt von Biodiversität und Klimaschutzes nicht erfüllt. Da gibt es noch viel zu tun und keinen Grund, sich selbstzufrieden zurückzulehnen.




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