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Aktuell

Deutsche Sehnsucht nach Wildnis

Naturbewusstseinsstudie: Deutsche mögen Wildnis

Gemeinsame Pressemitteilung von BMUB und BfN, 28.4.14

Berlin/Bonn: Die Deutschen mögen Wildnis, sind für naturnahe Wälder und Flussauen und sie lehnen Gentechnik in der Natur ab. Das sind einige Ergebnisse der neuen Naturbewusstseinsstudie, die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks und die Präsidentin des Bundesamts für Naturschutz, Beate Jessel, heute in Bonn vorgestellt haben.

Bundesumweltministerin Hendricks: "Wilde Natur ist nicht nur für Tiere und Pflanzen unverzichtbar, sondern auch für uns Menschen. Die Deutschen sind Naturliebhaber. Das gibt uns Rückenwind für unsere Ziele, der Natur wieder mehr Flächen zurückzugeben. Die Studie zeigt auch, wie wichtig den Menschen natürliche Flussauen, Wiesen und Weiden sind. Das ist ein Grund mehr, sich für diese wichtigen Lebensräume einzusetzen, die uns neben ihrer Schönheit auch viele andere Vorteile bringen wie sauberes Wasser, Artenvielfalt oder Klimaschutz. Was die Deutschen zu Recht nicht wollen, sind gentechnisch veränderte Pflanzen."

BfN-Präsidentin Jessel: "Die Deutschen haben offenbar ein gutes und realistisches Gespür für die nachhaltige Nutzung der Natur. 93 Prozent sind der Auffassung, dass die Natur nur so genutzt werden darf, dass die Vielfalt und ihre Lebensräume auf Dauer gesichert sind, und die Eigenart und Schönheit der Landschaften erhalten bleibt. Die Mehrheit der Deutschen ist zudem dafür, beim Hochwasserschutz vor allem den Flüssen mehr Raum zu geben."

Zum Thema Wildnis lagen bisher keine bundesweit repräsentativen Informationen vor. Knapp zwei Drittel der Deutschen gefällt Natur umso besser, je wilder sie ist. Das gilt besonders für die Wälder. Es besteht ein ausgeprägter Wunsch, mit Wildnis in Kontakt zu kommen: Vier von fünf Personen wollen, dass die Wildnis in Deutschland für Menschen zugänglich ist. Dass ein solcher Kontakt nur unter bestimmten Voraussetzungen geschehen kann, damit Wildnis auch weiterhin erhalten bleibt, ist den meisten bewusst: nur eine Minderheit von 11 Prozent spricht sich für einen ungehinderten Zugang aus, 68 Prozent befürworten entsprechende Regelungen.

Wildnis findet sich in Deutschland vor allem in den inneren Schutzzonen der Nationalparks. Die Studie belegt, dass diese von einem Großteil der Bevölkerung geschätzt werden: 95 Prozent sind der Meinung, dass sie Tiere und Pflanzen schützen. Eine große Mehrheit stimmt zu, dass Nationalparks Arbeitsplätze schaffen, gut zu Deutschland passen und die Region aufwerten. Lediglich 21 Prozent sehen durch Nationalparks ein Risiko für die Forstwirtschaft und nur 16 Prozent sehen in ihnen eine Gefahr für die landwirtschaftliche Nutzung.

Weitere Details finden Sie im Hintergrundpapier http://www.bfn.de/0405_hintergrundinfo.html#c6510.. Die komplette Studie finden Sie hier: www.bfn.de/0309_naturbewusstsein.html


NABU zur Naturbewusstseinsstudie: Menschen in Deutschland wollen lebendige Flüsse

Miller: Bund und Länder auch beim naturnahen Hochwasserschutz in der Pflicht

NABU Pressemitteilung, 30.4.14

Berlin – Neun von zehn Bundesbürgern finden naturnah gestaltete Flüsse schöner als begradigte und sprechen sich dafür aus, dass sich unsere Flüsse durch eine solche Gestaltung frei entfalten können. Eine ebenso große Mehrheit sieht Flussrenaturierungen auch als wichtige Maßnahme zum Hochwasserschutz. So lauten einige zentrale Aussagen der am Montag von Bundesumweltministerium und Bundesamt für Naturschutz vorgestellten Naturbewusstseinsstudie. Diese klaren Ergebnisse nimmt der NABU zum Anlass, um von Bund und Ländern konkrete Bemühungen zur Renaturierung unserer heimischen Flüsse einzufordern.

„Die öffentliche Meinung ist eindeutig. Die Menschen wollen lebendige Flüsse, nun ist die Politik am Zug“, kommentiert NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller die Ergebnisse. Die Bundesregierung müsse das auf NABU-Initiative hin im Koalitionsvertrag vereinbarte „Bundesprogramm Blaues Band“ für die Renaturierung von Flüssen und Auen nun zeitnah auflegen und mit den notwendigen finanziellen Mitteln ausstatten. Auch werde das für den Herbst angekündigte nationale Hochwasserschutzprogramm ein Gradmesser dafür sein, wie ernst es Bund und Ländern tatsächlich mit den Bekenntnissen zum naturnahen Hochwasserschutz sei. „Von Hoch- und Niedrigwasser geprägte Flussauen sind nicht nur wertvoller Lebensraum für Pflanzen und Tiere, sondern bieten auch Schutz vor Hochwasser. Investitionen in höhere Deiche und Flutmauern sind nur dann sinnvoll, wo es um den direkten Schutz von Siedlungen und wichtiger Infrastruktur geht“, sagte NABU-Naturschutzexperte Till Hopf.

Wie eine Flussrenaturierung praktisch funktionieren kann zeigt der NABU mit Europas größtem Renaturierungsprojekt „Untere Havel“. Unter Federführung des NABU werden auf insgesamt 19.000 Hektar Altarme angeschlossen, Uferbefestigungen beseitigt, Flutrinnen aktiviert und es entsteht ein natürlicher Ufer- und Auenwald. Um Fluss, Land und Leute kennenzulernen sind derzeit bis zum 21. Juni NABU-Mitarbeiter und -Mitglieder mit einem Floß auf der Havel unterwegs und berichten täglich unter www.havelberry-finn-tour.de von ihren Erlebnissen.


NABU-Analyse: Bundesländer sind unzureichend auf Rückkehr des Wolfes vorbereitet

Tschimpke: Management nur in Sachsen und Brandenburg vorbildlich

NABU Pressemitteilung, 30.4.14

Berlin – 150 Jahre nach seiner Ausrottung ist der Wolf nach Deutschland zurückgekehrt. Inzwischen leben in sechs Bundesländern wieder dauerhaft Wölfe, in 13 Ländern wurde er seit dem Jahr 2000 mindestens einmal nachgewiesen. „Wölfe sind Langstreckenläufer. Innerhalb weniger Tagesmärsche können sie jeden Punkt in Deutschland erreichen. Daher sollte man 14 Jahre nach der Rückkehr des Wolfes davon ausgehen, dass sich jedes Bundesland auf ihn eingestellt hat“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke.

Dass dem nicht so ist, zeigt eine aktuelle Analyse des NABU. Anlässlich des bundesweiten „Tag des Wolfes“ bewertete der Umweltverband das Wolfsmangement der Länder nach fünf Kriterien: Vorliegen und Vollständigkeit eines Managementplans, Monitoring, Unterstützung von Nutztierhaltern durch die Landesregierungen sowie entsprechende Öffentlichkeitsarbeit. Nur zwei Länder – Sachsen und Brandenburg – sind demnach gut auf das Zusammenleben mit dem Wolf eingestellt. Sieben der 16 Bundesländer erhalten ein durchschnittliches Zeugnis – hier steht die Ampel für den Rückkehrer auf „Gelb“. Schlusslichter mit keinem oder unzureichendem Wolfsmanagement sind die Länder Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Saarland sowie die Stadtstaaten.

„Brandenburg und Sachsen als Spitzenreiter hatten zwar schon länger Zeit, das Zusammenleben mit dem Wolf wieder zu lernen. Doch auch durch Hessen, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz zogen nachweislich schon Wölfe hindurch. Daher ist das Ausharren der Landesregierungen hier unverständlich“, sagte NABU-Wolfsexperte Markus Bathen. Insbesondere Hessen und Nordrhein-Westfalen haben dringenden Nachholbedarf. Nach Einschätzung des NABU ist es nur eine Frage der Zeit, bis die niedersächsischen Wolfsvorkommen weiter gen Süden wandern. Und auch die Stadtstaaten müssen sich, trotz ihrer urbanen Sonderstellung, besser auf den Wolf einstellen. „Da Wölfe bereits am Stadtrand von Hamburg und Berlin gesichtet wurden, müssen auch die Stadtstaaten möglich schnell ein gutes Wolfsmanagement aufbauen“, so Bathen.

Um das Zusammenleben mit den Wölfen zu regeln, gibt es beispielsweise in Brandenburg, Sachsen und Thüringen bereits Managementpläne. „Jedes Bundesland muss damit rechnen, dass künftig dauerhaft Wölfe innerhalb ihrer Landesgrenzen leben. Daher müssen die Länder mit allen Beteiligten zusammenarbeiten: mit Schafzuchtverbänden, Naturschutz- und Jagdverbänden“, forderte Bathen.

Um die Entwicklung des Wolfsbestandes in Deutschland besser im Auge zu behalten und von gegenseitigen Erfahrungen im Management zu lernen, müssten die Bundesländer zudem besser zusammenarbeiten. Der NABU sieht in einer bundesweiten „Kompetenzstelle Wolf“ die beste Lösung, den Schutz des Wolfes sicherzustellen. Hier sollten alle Daten zum Wolf erfasst und länderübergreifend koordinierend werden.


NABU: Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners im Wald stoppen

Miller: Wirkung ungewiss, Nebenwirkungen bedenklich

NABU Pressemitteilung, 30.4.14

Berlin – Der NABU fordert einen sofortigen Stopp des Gifteinsatzes gegen die Raupen des Eichenprozessionsspinners im Wald. Auch in diesem Jahr sollen wieder mehrere 1.000 Hektar Eichenwald, hauptsächlich in Brandenburg, mit dem für die Schmetterlingsart tödlichem Pestizid Dipel ES begiftet werden. Nach derzeitigem Wissenstand ist eine Wirksamkeit der Bekämpfungsmaßnahme allerdings nicht nachgewiesen. Zu diesem Ergebnis kamen auch Experten bei einem zweitägigen Workshop des Bundesamtes für Naturschutz zu den Bekämpfungsmaßnahmen gegen den Eichenprozessionsspinner am Montag und Dienstag auf der Insel Vilm.

„Die Massenvermehrung des Eichenprozessionsspinners ist seit einigen Jahrhunderten belegt und ein immer wiederkehrendes Phänomen in deutschen Wäldern, das offensichtlich zum natürlichen Prozess gehört. Bisher gibt es keine Waldbestände die auf Grund des Eichprozessionsspinners abgestorben sind. Durch die Gifteinsätze können jedoch bis zu 214 Schmetterlingsarten in Deutschland betroffen sein. Die Wirkungszusammenhänge der Pestizidbehandlung auf Vögel, Fledermäuse, aber auch Kleinsäuger, die die vergifteten Raupen oder Schmetterlinge fressen, sind bisher nicht geklärt“, sagte NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Um die Artenvielfalt in den ökologisch wertvollen Eichenwäldern nicht zu gefährden, müsse umgehend auf den Pestizideinsatz verzichtet werden.

Die Raupen des Eichenprozessionsspinners fressen Eichenblätter, was zu forstlichen Schäden führen kann und die Brennhaare der Insekten stellen eine Gesundheitsgefahr für den Menschen dar, weil sie Hautreizungen und allergische Reaktionen auslösen können. Zum Schutz des Menschen spricht sich der NABU deshalb in Siedlungsbereichen wie Spielplätzen, Schulen, Parkanlagen und Friedhöfen für mechanische Verfahren, wie dem Absaugen der Raupennester und dem anschließenden Verbrennen aus. In den betroffenen Waldgebieten müssen Warnhinweise angebracht und wo nötig Zugangsverbote ausgesprochen werden.


Die Sehnsucht nach der unberührten Natur

Fast jeder zweite Deutsche wünscht sich mehr Wildnis

Von Claudia Ehrenstein, DIE WELT, 28.4.14

http://www.welt.de/print/welt_kompakt/print_politik/article127371478/Die-Sehnsucht-nach-der-unberuehrten-Natur.html




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