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Wilderei im Bayerischen Wald

Streit um Artenschutz Kartell des Schweigens

Vergiftet und erschossen: Zwei tote Luchse haben Tierschützer aufgeschreckt, sie fordern Spezialeinheiten gegen Wilderei. Doch im Landtag haben sie jetzt einen Rückschlag erlitten.

Von Christian Sebald, Süddeutsche Zeitung, 30.6.14

http://www.sueddeutsche.de/bayern/streit-um-artenschutz-kartell-des-schweigens-1.2022215


Jägervereinigung Oberhessen startet Uhu-Auswilderungsprojekt

Die Jägervereinigung Oberhessen e. V. bringt den Uhu zurück nach Oberhessen. Jägervereinigung Oberhessen e. V. Pressemitteilung, 30.6.14

Grünberg – In enger Zusammenarbeit mit der Greifvogelwarte Feldatal startete der Verein Ende Juni ein Auswilderungsprojekt, mit dem die einst fast ausgerottete größte europäische Eule in Mittelhessens Wäldern angesiedelt werden soll. Ziel des Projektes ist es zum einen, eine durch die Verfolgung des Uhus unbesetzte Nische im Lebensraum Wald wieder zu füllen. Zum anderen wollen die Jäger der rasanten Zunahme von Fuchs und Waschbär entgegenwirken.

Bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war der „König der Nacht“ vom Aussterben bedroht. Die Menschen bekämpften den Uhu, sie sahen in ihm einen Nahrungskonkurrenten und Unglücksbringer, sein Ruf galt als böses Ohmen. Es hieß, wenn man die sogenannte Adlereule mit ausgebreiteten Flügeln an Scheunentore nagele, schütze dies die Gebäude vor Blitzschlag und Verzauberung.

Längst ist man eines Besseren belehrt. Heute weiß man, dass der Uhu als Beutegreifer eine wichtige Rolle in der heimischen Fauna spielt. „Seit Anfang der 1970er-Jahre unternimmt man in Deutschland Bemühungen zur Wiederansiedlung des Uhus, die inzwischen auch Erfolge zeigen“, sagt Helmut Nickel, 1. Vorsitzender der Jägervereinigung Oberhessen e. V. „Dahinter stecken allerdings viel Engagement und ein hoher Zeitaufwand. Die Erfolge sind nur möglich durch die künstliche Aufzucht, Auswilderung und eine Bewachung der Brutplätze.“ Zudem eigne sich nicht jeder Uhu zum Auswildern. Die Jägervereinigung Oberhessen e. V., speziell ihr Ausschuss für Naturschutz und Biotoperhaltung, arbeitet bei dem aktuellen Auswilderungsprojekt in engem Schulterschluss mit der Greifvogelwarte Feldatal. Wo genau die Uhus in Kürze in die freie Wildbahn entlassen werden, bleibt vorerst geheim. „Die Vögel sollen sich von Neugierigen unbehelligt in ihre neue Umgebung einleben können“, erklärt Nickel. Geplant ist, zunächst zwei Uhus auszuwildern und ihnen je nach Projekterfolg weitere folgen zu lassen.

Mit einer Größe von 60 bis 75 cm und einer Flügelspannweite von bis zu 1,80 m ist der Uhu der größte europäische Eulenvogel. Die Jagdzeit des Beutegreifers reicht von der Dämmerung bis zum Sonnenaufgang. Er schlägt beispielsweise Krähen, Ratten, Mäuse, Feldhasen, Jungfüchse und eben auch Waschbären. „Waschbären wie auch Füchse haben hierzulande außer Infektionen keine natürlichen Feinde mehr“, betont Nickel. „Ihre Populationen nehmen deshalb stetig zu, was sich wiederum nachteilig auswirkt auf die Bestände ihrer jeweiligen Beutetiere, seien es Hasen, Bodenbrüter oder Singvögel.“

Hinzu kommt ein Hygieneproblem. Denn gerade der eigentlich aus Nordamerika stammende Waschbär sucht gerne die Nähe von Menschen: Er macht sich auf Dachböden und in Gärten breit, hinterlässt dabei neben Sachschäden beträchtliche Mengen Kot, in denen sehr häufig Spulwürmer zu finden sind. Über Flöhe, Läuse und Zecken in ihrem Fell können Waschbären Infektionskrankheiten auf Haustiere, Nutztiere und auch Menschen übertragen. Sie sind also nicht nur possierlich anzusehen – sie stellen mittlerweile ein ernstzunehmendes Problem dar.

„Wir Jäger stehen in der Verantwortung, die Populationen von Fuchs und Waschbär in Grenzen zu halten“, sagt Nickel. „Was kann es da Sinnvolleres für uns geben, als ‚Helfer’ einzusetzen und damit gleichzeitig einen positiven Beitrag zum Artenschutz zu leisten?“ Im Gegensatz zum Uhu ließen sich andere Wildtiere in Deutschland nicht mehr ohne Weiteres auswildern. Dies gelte vor allem für Großraubwild wie Bär und Wolf, das den Menschen meide und daher große, störungsfreie Waldgebiete benötige. „Bei Tieren, deren Lebensraum aufgrund von Landschaftsveränderungen und einer hohen Siedlungsdichte nicht mehr existiert, ergibt eine Auswilderung schlichtweg keinen Sinn“, unterstreicht er.




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