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Aktuell

Wölfe und Luchse in Deutschland

Wolf MT6 ist tot

Gemeinsame Stellungnahme der Umweltverbände IFAW, NABU und WWF, 28.4.16

Berlin – Der Wolf MT6 ist getötet worden, wie das niedersächsische Umweltministerium mitgeteilt hat. In einer gemeinsamen Stellungnahme äußerten die Naturschutzverbände IFAW, NABU und WWF Bedauern über den Tod des Tieres und zugleich Verständnis für die Entscheidung. Auch wenn das Schicksal des Einzeltieres tragisch sei, habe MT6 durch sein auffälliges Verhalten ein nicht mehr zu kalkulierendes Risiko für Menschen dargestellt. Zuvor hatte das niedersächsische Umweltministerium entschieden, den Wolf wenn möglich einzufangen und in ein Gehege zu bringen. MT6 hatte sich wiederholt Menschen mit Hunden genähert und generell ein unberechenbares Verhalten an den Tag gelegt. Vergrämungsaktionen hatten in den vergangenen Monaten keine Erfolge gezeigt. Experten waren sich einig, dass erneute oder weitere Vergrämungsversuche bei dem Wolf MT6 nicht dazu führen würden, dass er sein Verhalten ändert. Aufgrund dieser fachlichen Einschätzung ist die Entnahme des Tieres für die Verbände nachvollziehbar.

„Die dauerhafte Rückkehr des Wolfs nach Deutschland ist nur mit der breiten Akzeptanz der Bevölkerung möglich. Es muss daher vermieden werden, dass einzelne auffällige Wölfe die Akzeptanz der ganzen Art gefährden. Auch muss verhindert werden, dass ein auffälliger Wolf sein Verhalten an den Nachwuchs weitergibt und somit möglicherweise ein ganzes Rudel auffälliges Verhalten zeigt“, so die Verbände. Um derartige Vorfälle zukünftig zu vermeiden, forderten die Verbände ein besseres und effizienteres Management seitens der Behörden an - vor allem in potentiellen Konfliktfällen.

Kritisch ist nach gemeinsamer Auffassung der Verbände, dass nicht ausreichend untersucht ist, wodurch das auffällige Verhalten von MT6 ausgelöst wurde. „Wir plädieren ausdrücklich für die intensive Beobachtung des Munsteraner Rudels, aus dem das Tier ursprünglich stammt. Ziel muss es sein, dass sich ein Verhalten bei anderen Wölfen nicht wiederholt. Für den Fall, dass weitere Tiere auffälliges Verhalten zeigen, sollten zeitnah umfassende Vergrämungsmethoden eingeleitet werden. Da es besonders gefährlich wird, wenn Wölfe durch Menschen angefüttert werden und man sie auf diese Weise lehrt, Menschen aktiv aufzusuchen, muss die Aufklärungsarbeit auch seitens der zuständigen Behörden weiter intensiviert werden“, so IFAW, NABU und WWF.

Zugleich betonten alle drei Verbände einhellig, dass sich aus dem aktuellen Fall keine Gesetzmäßigkeit ableiten lässt. „Der Wolf ist eine in Deutschland streng geschützte Tierart. Jedes potentiell kritische Verhalten muss gesondert bewertet werden. Richtschnur und Leitlinie hierfür muss ein entsprechender Wolfs-Managementplan sein, der von den einzelnen Bundesländern im Vorfeld erarbeitet wurde. Die Einschätzung von Konfliktfällen beruht dabei auf einer Veröffentlichung des Bundesamtes für Naturschutz zum Umgang mit Wölfen in Deutschland“, so die Verbände.


Luchs gewildert: WWF setzt Belohnung aus

WWF:25.000 Euro Belohnung für sachdienliche Hinweise
Deutschland hat Nachholbedarf bei Wilderei-Bekämpfung


WWF Pressemitteilung, 26.4.16

Schon wieder wurde ein geschütztes und bedrohtes Wildtier in Deutschland illegal abgeschossen. Diesmal hat es ein Luchsweibchen im Harz erwischt. Am vergangenen Freitag wurde das Tier nahe Opperrode tot aufgefunden. Die Nationalparkverwaltung Harz in Wernigerode hat Strafanzeige erstattet. Für sachdienliche Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, hat der WWF eine Belohnung von 25.000 Euro ausgesetzt. Die Naturschutzorganisation verurteilte die Tat aufs Schärfste und forderte von den Ermittlungsbehörden eine „intensive“ Strafverfolgung. „Der aktuelle Fall ist die erste bekanntgewordene Tötung eines Luchses im Harz und erfüllt uns mit Wut und Sorge“, erklärte Moritz Klose, Wildtierreferent beim WWF Deutschland in einer Stellungnahme. Es sei traurige Realität, dass Wilderer und illegale Artenschmuggler hierzulande leichtes Spiel hätten.

„Immer wieder verschwinden Wölfe, Luchse oder große Greifvögel spurlos. Wir können dann über die Gründe nur spekulieren und mutmaßen, denn selten wird tatsächlich ein Kadaver gefunden. Doch selbst wenn, die Täter werden fast nie ermittelt und es kommt viel zu selten zu Verurteilungen. Dabei sind illegale Tötungen von bedrohten Tierarten Verbrechen und keine Kavaliersdelikte.“ So seien allein in Bayern zwischen 2010 und 2016 mindestens 5 Luchse getötet worden. Weitere 14 Tiere gelten als verschollen.

Die Bundesrepublik habe, so die WWF-Kritik, bei der Verfolgung von Naturschutzkriminalität erheblichen Nachholbedarf. Bei den zuständigen Landeskriminalämtern müssten endlich Spezialeinheiten für Umwelt- und Artenschutzkriminalität etabliert werden. Derzeit gibt es nur in NRW eine derartige Stabsstelle. Zudem fehle eine zentrale Auswertung für Artenschutz-Verstöße, da sie anders als etwa Eigentums- oder Verkehrsdelikte nicht in entsprechenden Statistiken erfasst und ausgewertet werden. „Bei illegalen Tötungen von geschützten Tierarten sind wir weitgehend blank. Verlässliche Zahlen gibt es kaum“, kritisiert Klose.

Während in Ländern wie Österreich (Bundeskriminalamt), Italien (Sondereinheit der Forstpolizei) und den USA (fish and wildlife service) Wilderei-Delikte von speziell ausgebildeten und ausgerüsteten Sondereinheiten verfolgt wird, ist in Deutschland die örtliche Polizeibehörde meist auf sich alleine gestellt. Ohne spezifische fachliche Ausbildung und Routine ist ein Aufklären derartiger Delikte schwer möglich.


Wildkatzen im Leipziger Auwald

BUND fordert: Rücksicht nehmen und Abstand halten

BUND Pressemitteilung, 19.4.16

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) Sachsen hat die Europäische Wildkatze auch im Leipziger Auwald entdeckt. Mit Hilfe von Fotofallen des Sächsischen Wildtiermonitorings und der sogenannten Lockstockkontrolle konnte der Verband den sicheren Nachweis für einen kleinen Bestand der seltenen und scheuen Art zu erbringen.

"Wir sind selbst überrascht von dieser schönen Nachricht", erklärt Prof. Dr. Felix Ekardt, Vorsitzender des BUND Sachsen. "In einer Großstadt haben wir nicht mit Nachweisen der Wildkatze gerechnet. Umso wichtiger ist es, dass wir Menschen sie weiter in Ruhe lassen, um ihr Überleben nicht zu gefährden."

Auf erste vage Vermutungen durch Meldungen aus der Bevölkerung hin startete der BUND Sachsen gemeinsam mit dem Staatsbetrieb Sachsenforst, den Stadtforsten Leipzig, den Unteren Naturschutzbehörden, der Auwaldstation, örtlichen Jägern und weiteren Freiwilligen die sogenannte Lockstockkontrolle, bei der aufgeraute Kanthölzer während der Ranzzeit mit Baldrian besprüht werden. Regelmäßig werden von Freiwilligen die Haare der sich an den Kanthölzern reibenden Tiere eingesammelt und genetisch untersucht. Diese Untersuchungen haben jetzt das Vorkommen der Wildkatze im Leipziger Auwald bestätigt. "Woher die Wildkatzen eingewandert sind oder ob sich hier eine kleine Population erhalten konnte, können wir nicht mit Sicherheit sagen", so Ekardt weiter. "In jedem Fall aber zeigt es, dass der Auwald in Leipzig ein besonders hochwertiger Naturlebensraum ist."

Dass Wildkatzen im Leipziger Auwald vorkommen, spricht für die Qualität des Naturraums trotz seiner Stadtnähe. "Wildkatzen sind auf naturnahe und strukturreiche Wälder angewiesen", erläutert Forstdirektor Andreas Padberg, Leiter des Forstbezirkes Leipzig. "Sie brauchen sogenanntes Totholz oder Baumhöhlen als Verstecke und zur Aufzucht ihrer Jungen, wilde Wiesen und Waldränder für die Jagd nach Mäusen, ihrer Hauptnahrung." Der Auwald mit seinen zahlreichen Natur- und Landschaftsschutzgebieten gilt als einer der größten intakten Auenwaldbestände Mitteleuropas. "Es ist ein Geschenk für Sachsen, dass es hier Wildkatzen gibt", betont Andreas Sickert, Leiter der Abteilung Stadtforsten der Stadt Leipzig. "Es ist deshalb unerlässlich, dass wir den Tieren weiterhin nicht zu nahe kommen, um den Fortbestand der Population nicht zu gefährden. Die Regeln sind ebenso einfach wie wichtig: Auf den Wegen bleiben, Hunde anleinen, Wildtiere nicht stören oder gar anfassen oder mitnehmen und keinen Lärm machen. Und ohnehin ist es äußerst unwahrscheinlich, eine Wildkatze in freier Natur zu beobachten. Selbst wir als Förster haben sie noch nie zu Gesicht bekommen." Felix Ekardt ergänzt: "Um als Freistaat ein Zeichen für den Erhalt der FFH-Art an diesem ungewöhnlichen Ort zu setzen, würden wir uns wünschen, dass in Zukunft Naturschutzwärter im Auwald darauf achten, dass wir Menschen die Wildtiere in ihrem Habitat nicht zu sehr bedrängen."




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