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Aktuell

Indigene in Amazonien

Brasilien bestätigt Existenz eines unkontaktierten Volkes

Survival International Deutschland e.V. Pressemitteilung, 23.6.11

Die brasilianischen Behörden haben die Existenz einer Gruppe von circa 200 unkontaktierten Indianern im Amazonasgebiet bestätigt. Die Indianer, die auf drei Lichtungen im Javari Tal im westlichen Amazonas leben, wurden bei einem Überflug der Behörde für indigene Angelegenheiten (FUNAI) gesichtet. Das Gebiet befindet sich nahe der Grenze zu Peru.

Fabricio Amorim, ein Verantwortlicher für FUNAIs Überwachungsflüge, sagte, dass die Indianer Mais, Bananen, Erdnüsse und andere Feldfrüchte anbauen. „Zu den größten Bedrohungen für das Wohlbefinden dieser Gruppen gehören illegale Fischerei, Jagd, Abholzung, Bergbau, Viehzucht, Missionarsaktivitäten … und Drogenhandel“, warnte Amorim. Es fügte hinzu, dass auch Ölerkundungen auf der peruanischen Seite der Grenze ein Risiko für das indigene Volk darstellen.

FUNAI beabsichtigt die Indigenen nicht zu kontaktieren, wird aber ihr Land weiter beobachten, um sicherzustellen, dass sie nicht gegen ihren Willen gestört werden. Es ist entscheidend, dass die Behörden illegales Eindringen in das Gebiet der Indigenen verhindern.

Das Javari Tal beheimatet die höchste Konzentration unkontaktierter Völker weltweit. Es wird geschätzt, dass ungefähr 2.000 unkontaktierte Indianer hier leben.

Surival International hatte bereits im Anfang des Jahres einzigartiges Filmmaterial eines anderen unkontaktierten Volkes in der Umgebung veröffentlicht und gewarnt, dass illegale Abholzung in Peru das Leben der Menschen gefährdet. Die Warnung hatte weltweit Sorge ausgelöst.


Epidemie bricht unter Amazonas-Nomaden aus

Survival International Deutschland e.V. Pressemitteilung, 23.6.11

Eines der letzten Nomadenvölker im Amazonasgebiet muss mit dem Ausbruch einer Atemwegsinfektion kämpfen. Grippe und Malaria haben das Volk in den letzten Jahren bereits stark dezimiert. Schätzungsweise 35 Nukak-Maku, darunter neun Kinder, sind ins San José del Guaviare Krankenhaus im südlichen Amazonasgebiet in Kolumbien eingeliefert worden.

Gesundheitsberater Héctor Muñoz berichtete gegenüber kolumbianischen Medien, dass das Krankenhaus überfüllt ist und einige Nukak auf provisorischen Betten Platz finden müssen. Viele Mitglieder des Volkes leben in einem Flüchtlingslager am Rande der Stadt San José. Guerillas und Drogenbarone haben sie aus ihrer Heimat im Regenwald vertrieben. Seit die ersten Mitglieder der Nukak 1988 aus dem Wald kamen, ist mehr als die Hälfte des Volkes verstorben.

Im Gegensatz zu vielen anderen Völkern im Amazonas leben die Nukak-Maku als nomadische Jäger-und-Sammler in kleinen temporären Häusern tief im Wald in der Nähe großer Flüsse. Seit vielen Jahren wird das Heimatland des Volkes von Kokabauern besetzt. Kolumbiens gewaltsamer Bürgerkrieg umschlingt das Gebiet der Indigenen und macht ihnen die Heimkehr unmöglich.

Survival hat Kolumbiens Gesundheitsminister dazu aufgefordert unverzüglich zu handeln, um die Gesundheit der Nukak sicherzustellen. Stephen Corry, Direktor von Survival International, sagte heute: „Das sind tragische Neuigkeiten. Seit Jahren bleibt die schreckliche Lage der Nukak unverändert, ohne Zuhause, in schlechter Gesundheit und mit wenig Aussicht auf ein besseres Leben. Es ist so frustrierend, weil diese Probleme, für die Nukak aber auch für das Land, nicht existieren würden, wenn die Nukak zurück in ihre Wälder könnten – so wie sie es verzweifelt fordern.“


Yanomami feiern Erfolg nach Protesten um Gesundheitsbeauftragten

Survival International Deutschland e.V. Pressemitteilung, 21.6.11

Nach wochenlangen Protesten feiern die indigenen Yanomami und Yekuana im brasilianischen Amazonasgebiet die Ernennung einer neuen Gesundheits-beauftragten für ihre Gemeinden.

Die Indigenen hatten auf die Nominierung eines anderen Beauftragten mit Empörung reagiert, da dieser kaum Erfahrung in der Arbeit mit indigenen Völkern hatte. Weiters bestand mit dem Kandidaten kein Vertrauensverhältnis und die Indigenen befürchteten, er sei aus politischen Gründen nominiert worden. Jetzt sind sie erleichtert, dass ihre bevorzugte Kandidatin ernannt wurde. Diese arbeitet schon viele Jahre eng mit ihnen zusammen.

Davi Kopenawa, Schamane und Sprecher der Yanomami, sagte: „Die Yanomami und Yekuana werden keine weiteren politischen Eingriffe in Aktivitäten auf ihrem Gebiet akzeptieren, ohne dass sie vorher konsultiert und angehört wurden. Die Behörden müssen die indigenen Völker Brasiliens respektieren.“

Ein anderer Sprecher der Yanomami fügte hinzu: „Im Moment sind wir Yanomami sehr zufrieden mit unserem Kampf um unsere Rechte.“ Anfang des Monats beschlagnahmten die Yanomami ein Flugzeug, im Zuge ihrer Proteste gegen die Korruption im Gesundheitssystem. Das Flugzeug wurde von Gesundheitsarbeitern auf dem Gebiet der Yanomami genutzt.

Weiters wandten sich die Yanomami mit Protestbriefen an die brasilianischen Behörden und die Vereinten Nationen, in welchen sie ein Eingreifen in diese ernste Angelegenheit forderten. Auch Survival schrieb Briefe an die Regierung und die UN, und forderte den brasilianischen Gesundheitsminister Alexandre Padilha dazu auf, auf die Indigenen zu hören.

Die Gesundheit der Yanomami und Yekuana leidet unter tausenden illegalen Goldgräbern auf ihrem Land, da diese ihre Flüsse verschmutzen und Krankheiten übertragen. Die Yanomami haben von neuen Anzeichen unkontaktierter Yanomami in ihrem Gebiet berichtet. Die unkontaktierten Gruppen sind in ihrem Überleben besonders gefährdet, da sie kaum Abwehrkräfte gegen Krankheiten von außerhalb besitzen. Ein Krankheitsausbruch könnte für sie tödlich enden.




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