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Aktuell

Holzfällergewalt gegen Indigene

Amazonas-Indianer von Holzfällern attackiert

Survival International Deutschland e.V., 22.9.11

Ein Awá-Indianer ist brutal von Holzfällern angegriffen worden, die in das Land des indigenen Volkes eingedrungen sind. Die Awá sind eines der letzten nomadischen Jäger-Sammler Völker Brasiliens. Berichten zufolge war der Mann im Wald auf der Jagd, als Holzfäller ihn fesselten und ihm die Augen verbanden, ihn schlugen und schließlich versuchten ihn zu enthaupten. Als seine Frau flüchtete um Hilfe zu holen, schossen die Männer auf sie. Sie blieb jedoch unverletzt.

In den letzten Wochen wurden die Awá mehrfach von Holzfällern bedroht, sie würden getötet werden, wenn sie in den Wald gingen. Das Büro des lokalen Teams der Organisation CIMI – dem Indigenen Missionsrat – wurde geplündert. Mit der Gewalt reagierten die Holzfäller auf einen Einsatz der Regierung, bei dem Sägewerke geschlossen werden sollten, die vom Awá-Land illegal Holz beziehen. Bei dem Einsatz wurden zwei Holzfäller festgenommen.

Die Awá-Indianer leben in offiziell anerkannten indigenen Gebieten. Ihr Leben ist aber in Gefahr, da Holzfäller ihren Wald illegal und mit rasender Geschwindigkeit abholzen. Siedler und Viehzüchter sind illegal in das Awá-Land eingedrungen, was den Wald noch weiter zerstört hat. Eines der Awá-Gebiete wurde schon zu 30 Prozent abgeholzt. Wenn sie auf die Jagd gehen, wird es für die Awá zunehmend schwieriger im Wald Tiere zu finden.

Pirei Ma’a Awá sagte Survival: “Wir werden alle verhungern, die Kinder werden Hunger haben, meine Tochter wird Hunger haben, und ich werde auch Hunger haben. Es wird im Wald nichts übrig bleiben… Die Holzfäller kommen mit ihren Lastern hierher und nehmen die Bäume.”

Survival hat in einem Brief an die brasilianischen Behörden die Gefahr solcher Überfälle betont und gefordert, die Eindringlinge dringend auszuweisen, um das indigene Land zu schützen. Andernfalls würden die Awá nicht überleben.


Drohungen gegen einen Fotografen des Nukak-Volkes

Survival International Deutschland e.V., 21.9.11

Ein kolumbianischer Fotograf, dessen Fotos des Nukak-Volkes geholfen haben ihre Notlage bekannt zu machen, hat brutale Drohungen erhalten. Er solle sich von den Indianern fern halten. Juan Pablo Gutierrez arbeitete im südkolumbianischen Amazonasgebiet bei den Nukak, die unter elenden Bedingungen leben, seitdem bewaffnete Gruppen und Kokabauern sie von ihrem Land vertrieben haben.

Letzte Woche erhielt Gutierrez folgende E-Mail: “Stopp den Mist, den du mit deinen Fotos und deiner unerwünschten Position als Menschenrechtsaktivist anstellst. Du bist ein linker Guerilla-Partisan, der sich als Fotograf verkleidet. Du sollst wissen, … dass wir dich verfolgen, dass wir wissen, wo du lebst und wo du hingehst. Wenn du mit der Sch... weitermachst, dann wird es nächstes Mal kein Brief sein. Dann kommen wir persönlich.

Hör auf mit deinen Sch...fotos und halt das Maul, weil wir dich finden werden und dich mit eigenen Händen zum Schweigen bringen werden. Weder die Indianer noch das Land brauchen dich. Bleib weg, du Sch...kerl." Der Absender, 'Callon001', wurde noch nicht identifiziert.

Sowohl paramilitärische Kräfte als auch Guerilla-Rebellen sind in der Region, in der Gutierrez gearbeitet hat, tätig. Todesdrohungen und Gewalt gegen Menschenrechtsaktivisten sind in Kolumbien an der Tagesordnung.

Letzten Monat wurden die nomadischen Nukak unmittelbar in diese Gewalt verwickelt: Ein Boot, das ihnen als Krankenhaus diente und wichtige medizinische Ausstattung enthielt, wurde von FARC-Rebellen (Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens) überfallen.

Die Nukak sind ernsthaft vom Aussterben bedroht, wenn die Gewalt auf ihrem Land nicht aufhört. Gutierrez sagte Survival, dass solche Drohungen ihn nicht davon abhalten werden, über den Kampf der Nukak zu berichten.




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