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Aktuell

Illegale Abholzung in Kamerun

Urwaldabholzung trotz richterlichen Verbots in Kamerun

SAVE dokumentiert Verstöße gegen einstweilige Verfügung

SAVE Wildlife Conservation Fund Pressemitteilung, 23.1.12

In den letzten Monaten kämpften verschiedene Naturschutzorganisationen wie der SAVE Wildlife Conservation Fund für die Rettung eines alten, besonders artenreichen Regenwalds in Kamerun. Für den Bau einer Palmölplantage sollen, so die Pläne des US-Investors Herakles Farms, 70.000 Hektar Regenwald in einem der bedeutendsten Ökosysteme der Erde gefällt werden.

Die erheblichen Anstrengungen wie internationale Protestpetitionen, eine Regenwaldkonferenz im August letzten Jahres und eine Klage durch einen internationalen Umweltanwalt zeigten durchaus Erfolg für die Naturschützer: Am 31. August 2011 verfügte ein kamerunisches Gericht den sofortigen Rodungsstopp auf einem Teilstück der Fläche und ein Verbot aller Aktivitäten auf der geplanten Plantage.

Trotz dieser richterlichen Verfügung erhielt der SAVE Wildlife Conservation Fund immer wieder Informationen von Beobachtern in Kamerun, dass das Unternehmen gegen die Verfügung verstoße.

Nun konnten diese Verstöße auch erstmalig dokumentiert werden: SAVE liegen Fotos vor, die zeigen, wie Mitarbeiter des ausführenden Unternehmens SG-SOC trotz geltender gerichtlicher Verfügung auf der Plantage weiterarbeiteten und diese nach Einschätzung von Augenzeugen auch vergrößert wurde. Diese Bilder wurden alle um den 5. Januar herum von Mitarbeitern einer örtlichen Naturschutzorganisation gemacht, dem kamerunischen Kooperationspartner des SAVE Wildlife Conservation Fund. Weiterhin zeigen diese Bilder im Vorher-Nachher-Vergleich, dass die Plantage vergrößert wurde. Außerdem ist darauf eine weitere frisch gerodete Fläche sichtbar. Andere Bilder zeigen Holzhütten, die für die Plantagenarbeiter errichtet wurden, was laut richterlichem Beschluss ebenfalls untersagt ist.

Für jeden Tag, an dem auf der Palmölplantage Verstöße stattfinden, müsste SG-SOC pro Tag umgerechnet rund 760 Euro an die Gerichtskasse zahlen, bis zum heutigen Tag also umgerechnet fast 100.000 Euro. Doch bislang hat sich das Unternehmen geweigert und stattdessen am 23.11.2011 eine Beschwerde bei einem höheren kamerunischen Gericht gegen die angeordneten Strafgeldzahlungen eingelegt.

Der SAVE Wildlife Conservation Fund ist hochgradig besorgt darüber, wie das Palmöl-Unternehmen das richterliche Urteils verletzt und sich über alle Anordnungen hinwegsetzt.

SAVE setzt große Hoffnungen auf weiterführende gerichtliche Maßnahmen, sowie auf ein Einlenken der Firma. „Mensch und Natur vor Ort“, so die Naturschützer, „müssen gleichermaßen beachtet und dürfen nicht übergangen werden“




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