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Aktuell

NABU Projekt in Äthiopien

NABU und Michael Succow Stiftung entwickeln Biosphärenreservat in Ostafrika

Projekt zum Schutz von Mensch und Natur am größten See Äthiopiens

NABU Pressemitteilung, 1.2.12

Berlin – Der Naturschutzbund Deutschland (NABU) und die Michael Succow Stiftung bauen in enger Zusammenarbeit mit der äthiopischen Regierung in den kommenden vier Jahren im Gebiet des äthiopischen Tanasees ein UNESCO-Biosphärenreservat auf. Die 5.000 Quadratkilometer große Region mit ihrer etwa 3.000 Quadratkilometer großen Seefläche ist Quellgebiet des Blauen Nils und von internationaler Bedeutung für die Artenvielfalt und das Kulturlandschaftserbe. Intensive Landwirtschaft, große Bewässerungsprojekte und Wasserkraftwerke werden zunehmend zur Gefahr für die „Riviera Äthiopiens“ mit ihren beeindruckenden Wasserfällen. Ein Biosphärenreservat soll ursprüngliche Naturgebiete schützen, das Kulturlandschaftserbe der Region bewahren und langfristig neue Einnahmequellen für die Bevölkerung schaffen.

Der Tanasee, Afrikas höchstgelegener und Äthiopiens größter See, ist das wichtigste afrikanische Überwinterungsgebiet des Europäischen Kranichs und zahlreicher anderer Wasser- und Singvögel. In dem Gebiet leben Nilpferde, Krokodile, Warane, Bergpythons und allein 15 Fischarten, die sonst nirgendwo auf der Welt vorkommen. Viele der 37 Inseln des Sees beheimaten äthiopisch-orthodoxe Kirchen und Klöster. Dort sind noch Teile der vor Ort als heilig angesehenen „Kirchenwälder“ erhalten geblieben, mit weit über 100 Baumarten und den nördlichsten Wildkaffeevorkommen im Kaffeeursprungsland Äthiopien. Die menschlichen Eingriffe in dem sensiblen Lebensraum führen zu immer stärkeren Umweltbelastungen. Bereits jetzt lebt beinahe die Hälfte der lokalen Bevölkerung in bitterer Armut und ist gezwungen ihre natürliche Umgebung zu übernutzen.

Der NABU und die Michael Succow Stiftung wollen die einzigartige Natur in der Region langfristig erhalten und der Bevölkerung durch Ökotourismus im Biosphärenreservat und den Vertrieb von regionalen Produkten neue Einkommensmöglichkeiten schaffen. Durch den Schutz der Feuchtgebiete trägt das Projekt außerdem einen Teil zum weltweiten Klimaschutz bei. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) fördert das gemeinsame Vorhaben mit 1,6 Millionen Euro.




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