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Aktuell

Protest gegen bras. Waldgesetz

Zwitschern gegen Kettensägen

WWF fordert via Twitter zu Protesten gegen brasilianisches Forstgesetz auf

WWF Pressemitteilung, 6.3.12

Wenn die brasilianische Präsidentin Dilma Rousseff auf dem Rückflug von Deutschland einen Blick auf ihren Twitter-Account wirft, dürfte sie einiges zu lesen bekommen: Der WWF fordert die Präsidentin über den Kurznachrichtendienst Twitter auf, die umstrittene Reform des brasilianischen Forstgesetzes zu stoppen. Aus der ganzen Welt sollen Menschen ihren Notruf unter dem Hashtag #SOSBrazil an die lateinamerikanische Regierungschefin und das Kabinett schicken. Die virtuellen Kettenbriefe sollen den Widerstand gegen das Gesetzesvorhaben unterstützen. Auch in Brasilien wächst der Protest. In 25 der 27 brasilianischen Bundesstaaten sind für heute Demonstrationen gegen das Gesetzesvorhaben angekündigt. Parallel entscheiden die Vorsitzenden der im Parlament vertretenden Parteien, ob sie die Entscheidung über die umstrittene Reform des Waldgesetzes für Mittwoch, den 7. März auf die Tagesordnung setzen.

Ein aktueller WWF-Bericht dokumentiert, wie die brasilianische Agrarindustrie die Novellierung des Forstgesetztes vorantreibt. Hauptgewinner durch die angestrebte Reform wäre die Viehwirtschaft. Sie würde von der Verpflichtung befreit, 44 Millionen Hektar illegal abgeholzten Wald wieder aufzuforsten. Diese Amnestie käme vor allem den Großgrundbesitzern zugute. Zu den Verlierern der Reform zählt der WWF Kleinbauern und die brasilianische Bevölkerung. „Während sich die Fleisch- und Sojabarone eine goldenen Nase verdienen, werden die entstehenden Kosten z.B. verursacht durch zunehmende Überschwemmungen und Erdrutsche, an die Allgemeinheit übertragen“, unterstreicht Roberto Maldonado, Lateinamerikareferent beim WWF Deutschland.

Insgesamt stehe eine Fläche von bis zu 76,5 Millionen Hektar Regenwald - eine Fläche so groß wie Deutschland, Österreich und Italien, auf dem Spiel. Die Lockerung des Gesetzes hätte weitreichende Folgen über Grenzen Brasiliens hinaus. Die Abholzung würde das Weltklima mit zusätzlich um bis zu bis zu 28 Milliarden Tonnen Kohlendioxid belasten. Das entspreche etwa Treibhausgasausstoß Deutschlands in 30 Jahren, rechnet der WWF vor.

Falls das brasilianische Unterhaus den Gesetzentwurf gegen den Rat von Wissenschaft, Zivilgesellschaft und internationaler Proteste annimmt, hat Präsidentin Dilma Rousseff die Möglichkeit, ein Veto gegen die Entscheidung einzulegen. Der WWF appelliert an die brasilianische Präsidentin von dieser Möglichkeit Gebrauch zu machen und das Gesetz auf keinen Fall zu unterzeichnen.


WWF-Beauftragter warnt vor Kahlschlag im brasilianischen Regenwald

Deutschlandradio, 6.3.12

http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/thema/1695491/


Brasiliens Wald in den Händen der Politik

Neue Zürcher Zeitung, 6.3.12

http://www.nzz.ch/nachrichten/politik/international/brasiliens_wald_in_den_haenden_der_politik_1.15461050.html


Bundesregierung will für brasilianisches Risiko-AKW bürgen

Von Marissa Erbrich, Greenpeace-Online, 6.3.12

In Brasilien soll ein neues Atomkraftwerk gebaut werden, aber bisher fehlte die Finanzierung. Die deutsche Bundesregierung plant, für den Bau des Reaktors Angra 3 zu bürgen - obwohl die Genehmigung für das AKW auf Basis einer falschen Sicherheitsanalyse erteilt wurde.

Urgewald und Greenpeace belegen mit einer heute vorgelegten Studie, dass das Vorhaben der Bundesregierung auf einer wackligen Grundlage steht. Die Sicherheitsanalyse, die für die Genehmigung des brasilianischen Atomkraftwerks herangezogen wurde, ist für dieses AKW unvollständig. Bekannte Risiken, wie Erdrutschgefahr und Terroranschläge, wurden nicht oder nur unzureichend beachtet.

"Das Atomkraftwerk Angra 3 ist eine Gefahr für die Menschen in Brasilien", sagt Tobias Riedl, Atomexperte bei Greenpeace. Denn genehmigt wurde der Reaktor Angra 3 schon 1975 von der Militärregierung. 1984 wurde der Bau begonnen, aber zwei Jahre später wegen finanzieller Probleme wieder eingestellt. Jetzt soll das AKW mitsamt veralteter Technik doch noch fertig gestellt werden. Und Deutschland will kräftig mithelfen. 1,3 Milliarden Euro umfasst die Bürgschaft, die die schwarz-gelbe Regierung übernehmen will. Profitieren wird davon vor allem der französische Atomkonzern Areva.

"Alles, was in Fukushima zur Katastrophe geführt hat, ist auch bei Angra 3 zu finden: falsche Annahmen, ein ungeeigneter Standort und veraltete Technik", sagt Barbara Happe, Brasilienexpertin von Urgewald. "Ein solch gefährliches AKW zu unterstützen, ist verantwortungslos." Angra 3 erfüllt die Anforderungen Brasiliens für den AKW-Neubau nicht.

In der vorgelegten Studie zeigt der brasilianische Gutachter Dr. Francisco Correa, dass die probabilistische Sicherheitsanalyse (PSA) nicht speziell für das AKW Angra 3 angefertigt wurde. Stattdessen hat der brasilianische Betreiber Eletronuclear das deutsche Atomkraftwerk Biblis B als Referenz genommen. Unterschiede in der Technik der beiden Reaktoren flossen nicht in die Bewertung ein - ebenso wenig wie die Daten des baugleichen AKW Angra 2.

Auch der Standort von Angra 3 erfüllt nicht die Anforderungen für den Neubau von Atomkraftwerken in Brasilien. Gleich gegen zwei Kriterien verstößt der Bau: Das AKW liegt in einer erdrutschgefährdeten Region und in der Nähe einer Stadt mit mehr als 50.000 Einwohnern.

Während in Deutschland der Atomausstieg nun endlich auf den Weg gebracht ist, geht die Bundesregierung im Ausland den alten Weg weiter. "Wenn Merkel in ihrer Atompolitik glaubwürdig bleiben will, muss sie diesen Nukleardeal mit Brasilien stoppen", so Riedl.




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