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AKTION: Deutsche Bank und Regenwaldabholzung

Deutsche Bank bringt Abholzung an die Börse

"Rettet den Regenwald" e.V. Pressemitteilung, 22.6.12

„Die Deutsche Bank hilft FELDA unser Land wegzunehmen und Regenwald abzuholzen“, sagt Mazlan Aliman. Der couragierte Bauer ist Sprachrohr des Widerstands in Malaysia. Seine Kooperative ist gegen den Börsengang des Palmöl-Giganten FELDA, der am 28. Juni 2012 stattfinden soll. Denn das hereinströmende Geld soll für die großflächige Vernichtung von Regenwald verwendet werden.

Drei Milliarden Dollar will das malaysische Unternehmen FELDA Global Holding Ventures für neue Palmöl-Plantagen in der kommenden Woche an Malaysias Börse einsammeln. Die Deutsche Bank hilft bei der Suche nach Investoren. Bereits heute ist FELDA der weltweit drittgrößte Besitzer von Palmöl-Monokulturen, weltgrößter Palmöl-Händler und ein führender Zuckerhersteller.

Geld für Regenwaldzerstörung und Wählerstimmen

Regenwaldvernichter FELDA hat angekündigt, mit dem Geld aus dem Börsengang weltweit auf Einkaufstour gehen zu wollen. Besonders Indonesien und Afrika stehen im Fokus des Agrar-Ausbeuters. Dort sollen Regenwald-Flächen gekauft, zerstört und in Monokulturen umgewandelt werden.

Zudem besteht der Verdacht, dass mit dem Börsen-Geld Stimmen für die anstehenden Wahlen gekauft werden sollen. Den Angehörigen des Unternehmens hat der amtierende Präsident Najib Razak jeweils 5000 Dollar aus dem Börsengang versprochen. Die Partei des Präsenten ist personell eng mit FELDA verflochten.

Deutsche Bank unterstützt Abholzung und Landraub

Die Deutsche Bank bezeichnet dieses Vorgehen als ökologisch und sozial unbedenklich. Mazlan Aliman und seine Mitstreiter sehen das anders: Für sie verstößt der Börsengang gegen ihre Rechte und kommt einer Enteignung gleich.

Bitte fordern Sie die Deutsche Bank auf, sich vom Regenwaldvernichter FELDA zu distanzieren und keinen weiteren Landraub zu fördern.

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Hintergrund:

Mazlan und die Bauern der ANAK (National Settlers' Children Association) wollen bis zum letzten Tag nicht aufgeben, um den Börsengang von FELDA zu verhindern. Die Vereinigung hat sich aus dem Widerstand gegen den Börsengang der FELDA Global Holding Ventures gegründet. Denn im Vorfeld wurde ihre Meinung ignoriert und führendes Personal, das sich gegen den Schritt positionierte, ausgetauscht. Die von FELDA hauptsächlich angebaute Ölpalme wächst am besten in den Tropen, daher wird für die Plantagen immer mehr Primärwald gerodet. Laut der Weltnaturschutzunion IUCN stellen Palmöl-Plantagen derzeit die größte Gefahr für den Regenwald dar.

Schon tausende Hektar Wald hat das Unternehmen aus Malaysia auf dem Gewissen. Seit der Gründung des Unternehmens 1956 ist das Hauptgeschäft geprägt durch den Anbau der Palme mit der ölhaltigen Frucht. 850.000 Ha Urwald fielen schon kurz nach der Gründung Rodungen zum Opfer.

In Indonesien will FELDA sein Geschäft ausweiten. Doch sollte die Zerstörung auf den Inseln des Landes im aktuellen Tempo weiter gehen, wird der letzte Regenwaldriese etwa 2020 fallen. Verschwindet der Wald, sterben mit ihm die hier noch verbliebenen Orang-Utans aus.

Auch in Afrika will das Unternehmen Land für neue riesige Plantagen kaufen. Dabei werden die dort lebenden Kleinbauern meist vertrieben. Die Geschäfte mit den Landflächen werden wegen ihres oft zweifelhaften, wenn nicht gar illegalen Zustandekommens als Land Grabbing (Landraub) bezeichnet.

Die personellen Verflechtungen zwischen der staatlichen Elite und dem Konzern zeigen sich besonders deutlich am Beispiel Isa Samads. Er ist der Direktor der zukünftigen Aktiengesellschaft. Gleichzeitig wurde er im Vorfeld des Börsengangs als Vorsitzender der Bauernkooperative KFP (Koperasi Permodalan Felda – Kooperative zur Kapitalisierung von FELDA) durch die Regierung eingesetzt. Er ist aber auch ehemaliger Vize-Präsident Malaysias und wurde 2005 wegen Korruption für sechs Jahre durch die eigene Partei des Amtes enthoben.

Die Deutsche Bank gibt an, dass FELDA sich verpflichtet hätte, bei neuen Landkäufen schrittweise eine RSPO-Zertifizierung zu bekommen. Sie hält daher Regenwaldzerstörung für ausgeschlossen.

Rettet den Regenwald hat schon vor einigen Jahren auf die Problematik der RSPO-Zertifizierungen zusammen mit 256 Organisationen in einer gemeinsamen Erklärung hingewiesen. Darin wird diese als „Greenwashing“ und Etikettenschwindel bezeichnet, da die riesigen Monokulturen niemals nachhaltig sind.




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