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Aktuell

Update Awá-Proteste und Amazonas-Gasprojekte

Awá: Verzweifelter Aufruf Holzfäller auszuweisen

Survival International Deutschland e.V. pressemitteilung, 26.3.13

Das bedrohteste Volk der Welt hat einen verzweifelten Aufruf an Brasiliens Regierung gerichtet, endlich illegale Eindringlinge aus ihrem Wald auszuweisen. Auch brasilianische Fussballfans unterstützen die Forderung des indigenen Volkes.

Trotz der Anordnung eines brasilianischen Gerichts, dass die Behörden bis Ende März alle Eindringlinge aus dem Gebiet der Awá ausweisen müssen, musste bisher keine einzige Person das Gebiet verlassen. Die Awá sind inzwischen verzweifelt, da illegale Holzfäller und Siedler immer näher rücken.

In einer seltenen Videobotschaft an Brasiliens Justizminister erklärt ein Awá: “Ich bin wütend, sehr wütend … Die Holzfäller kommen hierher und fällen die Bäume … Der Justizminister in Brasília kann uns hier helfen, jetzt. Er muss uns jetzt helfen!”

Am Montagabend zeigten auch Fussballfans bei dem Freundschaftsspiel Brasilien gegen Russland ihre Unterstützung für die Awá, indem sie den Schriftzug “Brazil: Save the Awá” schwenkten. Ein Fan sagte zu Survival: “Ich kann nicht glauben, dass sich dies vor den Augen unserer Regierung abspielt. Ich werde all meine Freunde in Brasilien bitten zu helfen, um Survivals Kampagne zum Schutz der Awá zu unterstützen!”

Amiri, ein weiterer Awá, erklärte gegenüber Survival International: “Wir bitten schon seit langer Zeit darum, dass die Eindringlinge endlich ausgewiesen werden. Es muss jetzt geschehen. Sie müssen ausgewiesen werden. Die Holzfäller haben schon viele Gebiete zerstört. Wir weigern uns, unser Land zu verlieren.”

Annähernd 50.000 Briefe und E-Mails wurden bereits mit der Forderung an die brasilianische Regierung geschickt, die Eindringlinge aus dem Gebiet der Awá auszuweisen, seit Survival International im April 2012 eine dringende Kampagne zum Schutz des Awá-Volkes gestartet hat.

Stephen Corry, Direktor von Survival International, sagte heute: “Es ist ein Skandal, dass die Awá derart in die Verzweiflung getrieben werden. Wenn sie nachts die Kettensägen im Wald hören, scheint es, als ob die Entscheidung des Gerichts und die Versprechen der Regierung vergessen sind. Die Awá brauchen konkrete Taten, jetzt.”


UN fordert 'sofortige Suspendierung' von Amazonas-Gasprojekt

Survival International Deutschland e.V. pressemitteilung, 26.3.13

Die Vereinten Nationen haben einen sofortigen Stopp der Erweiterung eines der größten Erdgas-Projekte im peruanischen Amazonasgebiet gefordert. Es besteht Sorge darüber, dass die Ausweitung für unkontaktierte Indianer in der Umgebung gravierende Folgen haben könnte.

In einem Brief an die peruanische Regierung fordert der UN-Ausschuss für die Beseitigung der Rassendiskriminierung (CERD) eine “sofortige Suspendierung” von Plänen, die die Ausweitung des bestehenden Camisea-Gasprojektes in das Nahua-Nanti-Reservat vorsehen, da die Ausweitung “das physische und kulturelle Überleben der dort lebenden indigenen Völker bedroht”.

CERD reagierte damit auf einen Hilferuf von Perus Indigenen-Organisationen AIDESEP, ORAU und COMARU, die auch rechtliche Schritte gegen die Regierung und die an dem 1,6 Milliarden US-Dollar-Projekt beteiligten Unternehmen angekündigt haben. Camisea wird von einem Konsortium unterschiedlicher Unternehmen betrieben, darunter das argentinische Unternehmen Pluspetrol, der US-Konzern Hunt Oil und der spanische Erdölriese Repsol. Camisea zählt zu den größten Erdgas-Projekten im Amazonasgebiet.

Das Gasprojekt liegt im Herzen des Nahua-Nanti-Reservates, das zum Schutz des Landes und des Lebens unkontaktierter Völker geschaffen wurde. Nun planen die Unternehmen seismische Tests im Wald, bei denen Tausende von kleinen Sprengsätzen gezündet werden, und die Bohrung von mehr als zwanzig Erkundungsschächten. Die Arbeiten werden verheerende Folgen für die Bewohner der Region haben, die vom Wald und seinen Tieren leben. Für unkontaktierte Indianer könnte der Kontakt mit Außenstehenden fatal sein.

2003 erließ Peru eine Präsidialverordnung, die jede Ausweitung des Projektes untersagt. Die Regierung erfüllte damit Kreditauflagen der Interamerikanischen Entwicklungsbank (IDB). In klarer Verletzung dieses Erlasses hat Perus Energieministerium einen Teil der Erweiterung von Camisea im April 2012 genehmigt. Eine Genehmigung der nächsten Phase, die etwa 480 Millionen US-Dollar kosten soll, steht unmittelbar bevor.

Stephen Corry, Direktor von Survival International, sagte heute: “Die peruanische Regierung versprach der Interamerikanischen Entwicklungsbank, dass man das Camisea-Projekt nicht ausweiten würde. Sie erließ sogar eine Präsidialverordnung, um dies gesetzlich festzuschreiben. Nun tut sie aber genau das, was sie versprochen hat nicht zu tun. Es ist kein Wunder, dass die Vereinten Nationen einen Stopp dieses rücksichtslosen Projektes fordern.”




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