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Orang Utans auf Palmölplantagen

Palmölunternehmen mit Öko-Siegel lässt Orang-Utans verhungern

Pro Wildlife fordert rasche Hilfe und sieht Konzerne in der Verantwortung

Pro Wildlife e.V. Pressemitteilung, 17.4.13

München. Neue Aufnahmen aus Borneo belegen, wie Unternehmen für den Anbau von Palmölplantagen den Tod von Orang-Utans billigend in Kauf nehmen. Aus einem gerodeten Wald in West- Kalimantan konnten vier Menschenaffen evakuiert werden. Die Tier- und Artenschutzorganisation Pro Wildlife befürchtet, dass noch weitere Orang-Utans in diesem Gebiet eingeschlossen sind, doch das Unternehmen, das die Plantage anlegt, verweigert Hilfsorganisationen die Rettung der Tiere. Die bedrohten Tiere könnten in kürzester Zeit verhungern, da der abgeholzte Wald nicht mehr ausreichend Nahrung bietet. Pro Wildlife fordert, dass Tierschützer die letzten Orang-Utans evakuieren dürfen. Das Unternehmen ist von RSPO (Runder Tisch für nachhaltiges Palmöl) als nachhaltig zertifiziert, rodet aber Regenwald, in dem geschützte Orang-Utans leben.

In einem für eine Palmölplantage gerodeten Waldgebiet haben indonesische Umweltschützer vor wenigen Wochen vier Orang-Utans vor dem Hungertod gerettet, darunter ein trächtiges Tier und ein Baby. Die Menschenaffen waren entkräftet und dem Hungertod nahe, weil sie in dem zerstörten Wald schlichtweg verhungern. Tierschützer vermuten in einigen wenigen Waldstücken noch weitere Orang-Utans. „Der Betreiber muss sofort Rettungsteams in die gerodeten Gebiete lassen, damit sie die letzten verbliebenen Orang-Utans evakuieren können“, fordert Birgit Trinks von Pro Wildlife. In der Verantwortung sieht die Organisation auch internationale Konzerne, die Palmöl aus Indonesien verarbeiten. „Unilever und Nestlé müssen als Mitglieder des RSPO die indonesische Palmölindustrie dazu bringen, Umweltorganisationen schnell Zugang zum verwüsteten Waldgebiet zu verschaffen, bevor es für die letzten Orang-Utans zu spät ist“, so Trinks.

Für die Massenproduktion von Palmöl werden unwiederbringlich Regenwälder für gigantische Monokulturen abgeholzt. In endlosen Plantagenwüsten können Orang-Utans und andere Wildtiere nicht überleben.

Der Weg führt auch nach Europa

Betrieben wird die Plantage von der indonesischen Firma Bumitama Gunajaya Agro (BGA). Über ein Firmengeflecht beliefert dieser Palmölproduzent auch europäische Firmen. Seit 2007 ist auch BGA Mitglied beim Siegel für nachhaltiges Palmöl RSPO.

Das Anbaugebiet befindet sich in der Region Ketapang Regency, in einer Pufferzone in der Nähe des Gunung Palung Nationalparks - in einem Gebiet, das eine der größten Populationen der bedrohten Zentral-Borneo Orang-Utans (Pongo pygmaeus wurmbii) in West Kalimantan beherbergt. Der Betreiber verstößt mit der Abholzung des Waldes gegen die Auflagen des ohnehin umstrittenen Umweltsiegels RSPO. Laut dessen Statuten hätte das Unternehmen BGA vor der Rodung des Regenwaldes überprüfen müssen, ob dort geschützte Arten leben. Die Auflagen verbieten in diesem Fall, Regenwald für Plantagen abzuholzen.

Billiges Fett für die Nahrungsmittelindustrie

Palmöl ist ein billig produzierbares Fett und damit einer der beliebtesten Rohstoffe für Backwaren, Margarine und Süßwaren, aber auch Waschmittel – es findet sich in unzähligen Supermarktprodukten. Um die rasant wachsende Nachfrage nach Palmöl zu stillen, werden für neue Ölpalmplantagen riesige Tropenwälder zerstört. Nach Angaben der FAO wurden zwischen 1990 und 2005 mehr als 3 Millionen Hektar Palmölplantagen in Indonesien neu angelegt. Für mehr als die Hälfte dieser Plantagen wurden wertvolle Wälder abgeholzt. Indonesien und Malaysia produzieren zusammen mehr als 85 Prozent des weltweit verkauften Palmöls.

Pro Wildlife hat einen Appell an die deutschen Mitglieder des RSPO gerichtet, sich für die Rettung der Orang-Utans einzusetzen: http://www.prowildlife.de/Protestaktion




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