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Palmölfirma vertreibt Indigene auf Sumatra

Palmölfirma vertreibt Indigene auf Sumatra

Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen fordern das sofortige Ende der Gewalt
Keine Unterstützung von Palmöl-Investments durch die Weltbank


Pressemitteilung von urgewald, ROBIN WOOD und Rettet den Regenwald, 19.12.12

Räumkommandos des Palmöl-Unternehmens PT Asiatic Persada haben in den vergangenen Wochen zusammen mit bewaffneten Einsatzkräften von Polizei und Militär Siedlungen der Indigenen Suku Anak Dalam (SAD) aus Bungo in Jambi auf der indonesischen Insel Sumatra geplündert und Menschen aus ihren Häusern vertrieben.

Bei den Großeinsätzen, die am 7. Dezember 2013 begannen, wurden bereits mehr als 290 Häuser zerstört. Stark betroffen sind die Siedlungen Pinang Tinggi, Tanah Menang und Padang Salak. ROBIN WOOD, urgewald und Rettet den Regenwald fordern, diese Übergriffe sofort zu stoppen, die Betroffenen angemessen zu entschädigen und ihnen ihr Land zurück zu geben.

Seit Jahren kämpfen die indigenen Gemeinschaften für die Anerkennung ihrer Rechte und die Rückgabe des ihnen bereits auch von offizieller Seite zugesprochenen Landes. Vom 21. bis 25 Oktober 2013 demonstrierten sie für ihre Rechte vor dem Gouverneurspalast in Jambi und anlässlich des RSPO-Treffens (Roundtable on Sustainable Palm Oil / Palmöl-Siegel) in Medan.

Zwei parallel laufende Konfliktlösungsprozesse - einer unter Führung der indonesischen Behörden und der andere unter Vermittlung der Weltbank-Privatsektor-Abteilung IFC und deren Beschwerdestelle Compliance Advisor Ombudsman (CAO) - sind ebenso gescheitert. Die Weltbank hatte Wilmar, den Mutterkonzern von PT Asiatic Persada, mit Krediten unterstützt. Doch kurz bevor ein Abkommen zwischen PT Asiatic Persada und den Suku Anak Dalam hätte geschlossen werden können, verkaufte die Wilmar-Gruppe das Unternehmen an PT AMS-Ganda, einer Firma im Besitz des Bruders von Wilmar-Mitgründer Martua Sitorus - mit der Folge, dass das Abkommen nicht zustande kam.

Es ist nicht das erste Mal, dass PT Asiatic Persada mit Gewalt gegen Indigene vorgeht. Schon im August 2011, um den Fastenmonat Ramadan, räumte und zerstörte das Unternehmen etwa 80 Häuser der Suku Anak Dalam im Gebiet von Sungai Beruang. Bis heute sind Kinder und Frauen dadurch traumatisiert.

Jetzt hat sich die Gewalt wiederholt, diesmal gegenüber den SAD in den Siedlungen Pinang Tinggi, Tanah Menang und Padang Salak. Dieses Mal fiel die Räumung auf den 10. Dezember 2013, den weltweiten Tag der Menschenrechte.

„Nachdem Wilmar versucht hat, mit dem Verkauf der Tochter PT Asiatic Persada den Mediationsprozess auszuhebeln, begrüßen wir, dass der Ombudsmann der Weltbank jetzt eine formelle Untersuchung über die Verletzung von Kreditbedingungen der IFC einleitet“, kommentiert Knud Vöcking von der Umwelt- und Menschenrechtsorganisation urgewald. „Wilmar ist Wiederholungstäter und war vor drei Jahren Grund für einen kompletten Stopp aller Palmölinvestments der Weltbank. Wir erwarten von der Bundesregierung, dass sie in der Weltbank umgehend darauf dringt, dieser Firma und ihren Töchtern keine Kredite oder Garantien mehr zu gewähren.“

„Während Wilmar die konfliktbehaftete Plantage innerhalb der eigenen Familie verkauft hat und sich mit einer neuen ‚green policy’ schmückt, die den Stopp von Entwaldung und die Wahrung von Land- und Menschenrechten beinhaltet, werden in Indonesien erneut Indigene überfallen und gewaltsam von ihrem Land vertrieben. Wilmar will sich durch den Verkauf aus der Verantwortung stehlen und hinterlässt dabei eine Spur der Verwüstung für Palmöl“, sagt Stefanie Hess, Tropenwaldreferentin bei ROBIN WOOD.

ROBIN WOOD, Rettet den Regenwald und urgewald unterstützen die Forderung der Indigenen, PT Asiatic Persada die Konzession für die umstrittene Plantage zu entziehen, um den viele Jahre anhaltenden Konflikt endlich zu beenden.




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